Orson - Bright Idea - Cover
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Orson Bright Idea


  • Label: Mercury/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 39 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Werdegang der Band Orson klingt wie ein Märchen: Die Single „No tomorrow“ wird zum Downloadhit bei itunes in den USA. Die britische Plattenfirma Mercury wird auf die Kalifornier aufmerksam und bietet ihnen einen Plattendeal an. Der Song wird in England Nummer eins. In den USA haben sie noch nicht einmal einen Plattenvertrag und Robbie Williams verpflichtet die Musiker als Vorgruppe für seine Europatournee. Ist das jetzt ein neuer Hype oder richtig gute Musik?

Leider das erste, denn bis auf das zugegebenermaßen ohrwurmverdächtige „No tomorrow“ glänzen die amerikanischen Musiker um Ex-Musicalsänger Jason Pebworth eher durch Ideendiebstahl als durch innovative Kompositionen. Ein markantes Riff, Songs, die nur durch den Refrain leben und oft Gehörtes sind die Zutaten für ein Debütalbum der eher unaufgeregten Sorte. Produziert wurde der Longplayer von Noah Shain, der bisher als Drummer bei den eher unbekannten Bands „The Shocker“ und „American Pearl“ tätig war. Die Texte hat der Leadsänger Pebworth verfasst und die Band komponierte alle zehn Tracks selbst. Die Produktion kostete nur 5.000 Dollar, so lautet jedenfalls die Tellerwäscher-Mär-Version.

Die Gitarristen Kevin Roentgen und George Astasio, Bassist Johnny Lonely und Drummer Chris Cano bilden Orson, die den Erfolg in Großbritannien richtig genießen. „Happiness“ ist ein Beispiel dafür, dass sie sicher keine untalentierten Musiker sind: Ein markantes Gitarrenriff und entspannte Californiamucke wechseln sich ab, doch zündet der Song erst nach mehreren Durchgängen. Es ist zu aufdringlich eingängig, was Orson da abliefern, denn man weiß nicht, wenn sie gerade kopieren: Red Hot Chili Peppers, U2 oder ist das BritPop?

Vielleicht ist die Kategorie Sommercabriorockmusik in einer Endlosschleife, die nach einer Stunde aus dem Musikgedächtnis wieder verschwindet, die passende. Der gute Sänger Pebworth bemüht sich nach Kräften, die kalifornische Sonne gesanglich umzusetzen, empfehlenswert erscheint nur „No tomorrow“, das Qualität hat, aber kein Klassiker ist. Die anderen Tracks fallen eher durch die Tatsache auf, eine gute musikalische Idee oder auch zwei auf die 3-Minuten-Grenze gedehnt werden. Wer sich rockende Kalifornier mit tanzbaren Poprhythmen wünscht, wird einigermaßen gut versorgt, allerdings erscheint die Aufregung um die fünf Männer angesichts dieser mittelprächtigen CD übertrieben.

Anspieltipps:

  • No Tomorrow
  • Happiness
  • Already over
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