Al Bano Carrisi - Amare E Bella - Cover
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Al Bano Carrisi Amare E Bella


  • Label: Alma Music/EDEL
  • Laufzeit: 53 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Endlich gibt es eine neue Platte von Italiens Weichspüler Al Bano Carrisi. Nachdem er in den 70er und 80er Jahren zusammen mit seiner Frau Romina Power einen Hit nach dem anderen landete, ist er seit der Scheidung, die aufgrund des Verschwindens bzw. den möglichen Selbstmord ihrer ältesten Tochter Ylenia die Ehe zerbrechen ließ und somit unabwendbar war, als Musiker alleine unterwegs, hat sich in Süditalien mit eigenem Restaurant niedergelassen, hilft gemeinnützigen Projekten und freut sich mehr oder minder wieder des Lebens wie vorliegende Platte „Amare e bella“ beweist.

Darauf gibt es nicht nur Kritik an Bush in Form eines harmlosen Popsongs mit „God bless America“-Chor („MammAmerica“), sondern auch die üblichen gottesfürchtigen Floskeln („Padre nostro“) oder in schmeichelnde Lyrik verpackte Landschaftsbilder („Amara e bella“, „Negra sombra“, „Ti parlo del sud“). Auf die Charts wird dabei ebenfalls geschielt („Na, na, na“, „Vieni nel sole“), sodass „Vieni nel sole“ nicht wie im bemüht objektivem Pressetext verlautbart, einzig und allein aus dem Grund draufgepackt wurde um eine Hommage an einen ehemaligen Hit zu stellen („Nel sole“ aus 1967), sondern um einen peinlichen Abklatsch des Sommerhits „Ab in den Süden“ zu entwerfen, das durch den Wechsel von Deutsch, Italienisch und Englisch nur kopfschüttelnd weggedrückt werden kann.

Musikalisch bewegt sich die Platte auf schlagertechnisch hohem Niveau, aber was heißt das schon. Wenn Al Bano in „Padre nostro“ über drei Minuten lang neben kitschigen Streichern seinen Text mit ergriffener Stimme stilgerecht knödelt und alleine das schon ausreichend genug wäre um das nächstgelegene Klo aufzusuchen, setzt er noch einen drauf und lässt einen Chor in das Szenario regelrecht hineinbrechen, kurz bevor der Hörer selbst zu brechen beginnt. „Amara e bella“ ist daher nur denjenigen zu empfehlen, die es sich jedes mal vor dem Fernseher gemütlich machen „Wenn die Musi spielt“ oder „Das Musikantenstadl“ aufgeigt, denn für alle anderen Menschen wird diese Platte wohl nicht zu ertragen sein.

Anspieltipps:

  • Padre nostro
  • Vieni nel sole
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  • 2016    
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