Fergie - The Dutchess - Cover
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Fergie The Dutchess


  • Label: A&M/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 62 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Es hätte auch ganz schlimm kommen können. So aber gibt es durchaus Potenzial für eine langfristige Auswertung.

Die HipHop-Formation The Black Eyed Peas gibt es nun schon seit zehn Jahren. Doch erst mit der Verpflichtung von Stacy „Fergie“ Ferguson vor drei Jahren wurde sie so richtig erfolgreich. Da darf man durchaus von einem geglückten Business Masterplan sprechen. Denn mit der 31-Jährigen Sängerin wurde die musikalische Ausrichtung vielseitiger: Der BEP-Sound ist inzwischen mehr Pop als HipHop. Es interessieren sich gleichwohl Jungs und Mädchen für die Gruppe. Und mit der von Singleauskopplung zu Singleauskopplung zunehmenden Freizügigkeit von Fergie, lässt sich auch die alte Masche „Sex sells“ hervorragend umsetzen. Da ist es gar nicht mal so schlimm, wenn die Musik nicht das Gelbe vom Ei ist. Fergie wird’s schon richten.

Weil der große Traum von Frau Ferguson schon immer ein Soloalbum war (vor ihrem Engagement bei den Black Eyed Peas war sie in der Band Wild Orchid), quengelte sie so lange, bis die BEP-Macher den Plan abnickten. Und so tüftelten Fergie und ab und zu auch Will.I.Am, Apl.De.Ap und Taboo in den vergangenen 12 Monaten an den Songs für ihr Solodebüt. „Don’t lie“ sollte eigentlich einer davon sein. Doch jener Track war so gut, dass er kurzerhand auf dem letzten BEP-Album „Monkey Business“ (05/2005) verbraten wurde. Pech gehabt. Aber keine Sorge, am Ende reichte es trotzdem für 14 Songs, darunter gewiss ein paar singletaugliche, mit denen sich die 1,57 Meter kleine Fergie in den kommenden Monaten die Taschen voll machen wird.

Damit das Unternehmen gelingt, hat sich die Protagonistin einen modernen Old-School-Sound (das ist kein Widerspruch!) zwischen HipHop („Fergalicious“), R&B („All that I got“), Reggae (aus „No woman, no cry“ wird „Mary Jane shoes“) und Pop („Big girls don’t cry“) maßschneidern lassen, der musikalisch genauso gut als BEP-Platte vermarktet werden könnte. Denn ob es sich bei den Texten nun um die ganz persönlichen Bekenntnisse der 31-Jährigen („Ich habe mein Leben aufgeschrieben. Jetzt zeige ich den Fans, wie ich wirklich bin“ aus BRAVO) oder wem auch immer handelt, dürfte der Zielgruppe relativ wurscht sein. Das wirklich Herausragende an „The Dutchess“ ist viel mehr die stimmliche Vielseitigkeit, mit der Fergie beeindruckt. Dabei fragt man sich mehr als einmal, ob es an der Studiotechnik liegt oder einfach nur Zufall ist, dass die Dame streckenweise im Ansatz wie Christina Aguilera klingt („Finally“, „All that I got“, „Losing my ground“).

Doch Fergie kann mehr als das. Sie singt abwechselnd verrucht („Losing my ground“), sexy („Velvet“), schmutzig („London bridge“) und unschuldig („Finally“) und klammert dabei richtig schwaches Füllmaterial wie „Glamorous“ oder „Get your hands up“ so gut wie aus. Das macht zwar noch kein Mega-Werk aus, aber mit der Stunde Musik auf „The Dutchess“ kann der Hörer sehr zufrieden sein. Es hätte ja auch ganz schlimm kommen können. Zum Beispiel, wenn man um den grandiosen Stomper „London bridge“ ein Dutzend Tracks aus dem B-Seiten-Ausschuss der Black Eyed Peas drapiert hätte, um das schnelle Geld zu machen. So aber gibt es durchaus Potenzial für eine langfristige Auswertung.

Anspieltipps:

  • Clumsy
  • Voodoo doll
  • Fergalicious
  • Here I come
  • London bridge
  • Big girls don’t cry
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