Regina Spektor - Begin To Hope - Cover
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Regina Spektor Begin To Hope


  • Label: Sire/WEA
  • Laufzeit: 47 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit einer ungeheueren Zielsicherheit setzt die gebürtige Russin ihre Texte ein und modelliert sie mit ihrer Stimme nach Belieben.

Vier Alben und eines ist schöner und fragiler als das andere. Nach dem letzten Streich „Soviet kitsch“ (2002) gibt es von der Sängerin, Songschreiberin und leidenschaftlichen Pianistin Regina Spektor mit „Begin to hope“ ein weiteres einfühlsames Werk über Liebe, Zuneigung und Sehnsucht, das fesselt und vor kleinen, winzigen, aufblitzenden Details nur so strotzt. Mit einer ungeheueren Zielsicherheit setzt die gebürtige Russin ihre Texte ein und modelliert sie mit ihrer Stimme nach Belieben, wie bereits im Opener „Fidelity“ hörbar wird. Hier ebenfalls paradigmatisch ist der abwechslungsreiche Aufbau, der die temporeicheren Songs auf der Platte mit einem Einfallsreichtum unterstützt, der selbst nach einigen Durchläufen noch nicht in seinem gesamten Ausmaß erfasst werden kann, da sich immer wieder kleine Mosaiksteinchen zu verstecken wissen.

Den auf das Nötigste reduzierten und minimalistisch ausgerichteten Songs wie „Samson“, „Field below“ oder „Aprés moi“ wird hauptsächlich durch das Klavier und der wandlungsfähigen Stimme Spektors Leben eingehaucht, wobei die teilweise gewöhnungsbedürftigen, oktavierten Ausflüge mit letzterem nicht selten avantgardistische Züge annehmen und man sich für ein paar Momente fragt, was denn plötzlich los ist. Besonders interessant gebärden sich die Stücke „20 years of snow“ und „Edit“, die Anfang des vorigen Jahrhunderts mit ziemlicher Sicherheit als Programmmusik angesehen worden wären, da die Titel beispielhaft für deren Klang sind. So erstrahlt im erstgenannten Song durch ein Piano eine herrliche Winterlandschaft, bei der förmlich der Schnee im Gesicht spürbar wird und selbst der anmutige, wirbelnde Sprechgesang Spektors hilft beim Aufbauen der Kulisse.

Das andere Stück poltert mit Bass und Klavier in Stakkato-Rhythmus vor sich hin, während die Russin immer und immer wieder die gleichen acht Zeilen intoniert, bis der Titel zwischendurch mehrmals im Takt hintereinander wiederholt wird und so eine unfehlbare Sogwirkung entsteht, die sich präziser im Stammhirn einnistet als das Ticken einer Schweizer Uhr. Dennoch gibt es den einen oder anderen leicht über dem Durchschnitt angesiedelten Song („Better“, „That time“), der im Gesamtkontext betrachtet zu brav und bieder aus den Boxen perlt oder unnötige Parallelen aufwirft, die angesichts der ansonsten konsequenten Eigenständigkeit von Frau Spektor nicht sein hätten müssen.

Anspieltipps:

  • Edit
  • Samson
  • Aprés moi
  • Hotel Song
  • 20 Years Of Snow
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