Nerina Pallot - Fires - Cover
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Nerina Pallot Fires


  • Label: 14th Floor/WEA
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Elf abwechslungsreiche Songs, von denen nicht alle gleich gut sind, aber auch keiner negativ aus dem Rahmen fällt.

Höchstwahrscheinlich werden neun von zehn Kritiken mit ein und demselben Querverweis eröffnen oder zumindest ausführlich darauf eingehen. Nämlich dass Nerina Pallot der grandios abgefeierte Support Act auf der Deutschlandtour von James Blunt war. Es war aber auch wirklich ganz großes Kino, wie diese kleine Person ganz allein auf der Bühne ihre ansteckende Energie verströmen ließ und nur mit Gitarre oder Piano ganze Hallen in Verzückung brachte.

Kein Wunder, dass bereits in der Umbaupause nach Nerina Pallots Auftritt die Verkaufsstände gestürmt wurden, um das aktuelle Album „Fires“ zu ergattern. Und es ist ebenso kein Wunder, dass sich die Plattenfirma von James Blunt den Indie-Act schnappte und unter Vertrag nahm. Damit ist die Engländerin nach ihrem kapitalen Flop mit „Dear Frustrated Superstar“ (2001), der für sie das Ende beim Polydor Label bedeutete und die Künstlerin via Internet über die böse Plattenindustrie schimpfen ließ, wieder bei den „Ausbeutern“ der Großindustrie gelandet. Diesmal bei Warner Music, die „Fires“ Ende August nochmals auf den Markt bringen. Und es hat sich einiges geändert. Das Cover ist anders, das Booklet umfangreicher, die Fotos zahlreicher und professioneller; und auch die Tracklist wurde leicht umgestellt („Learning to breathe“ tauschte den Platz mit „All good people“). Trotzdem: Das „Original“ ist mit den unscharfen Fotos im aufklappbaren Booklet deutlich charmanter.

Der Konzertgänger könnte von „Fires“ durchaus etwas enttäuscht sein, weil die von Howard Willing (Smashing Pumpkins), Eric Rosse (Tori Amos) und Wendy Melvoin (Prince & The Revolution) betreuten Stücke für eine Indie-Produktion fast schon klinisch rein wirken und mit großem Aufwand eingespielt wurden. Da spielt dann ein Jim Keltner (Bob Dylan) Schlagzeug, John Brion (Fiona Apple), Lyle Workman (Beck) und Doyle Bramhall II (Eric Clapton) Gitarre, Roger Manning Jr. (Jellyfish) Keyboards und Sebastian Steinberg (Soul Coughing) Bass.

Im Studio wurde der live so exzellent funktionierende Singer/Songwriter-Aspekt gegen eine poppigere Grundstimmung eingetauscht, was aber nach kurzer Eingewöhnungszeit ebenfalls zu gefallen weiß. So erinnern „Idaho“, „Heart attack“ und „Geek love“ aufgrund der Pianoarrangements und Nerinas Gesangsstil an Tori Amos, während ein relativ rockiges Stück wie „Everybody’s gone to war“ an Sheryl Crow gemahnt. Die singletauglichsten Tracks sind „Halfway home“ und „Learning to breathe“, die den Hörer mit einschmeichelnden Refrains bezirzen, wogegen ein Lied wie „Damascus“ recht anspruchsvolle Kost darstellt. So kommt der Hörer unterm Strich auf elf abwechslungsreiche Songs, von denen nicht alle gleich gut sind, aber auch keiner negativ aus dem Rahmen fällt.

Anspieltipps:

  • Idaho
  • Geek love
  • Damascus
  • Halfway home
  • Everybody’s gone to war
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