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Flyleaf Flyleaf


  • Label: Gun/SonyBMG
  • Laufzeit: 34 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Die 2001 gegründete Band Flyleaf aus Texas wird als das nächste große Ding in der alternativen Rockmusik gehandelt. In den USA kam ihr selbstbetiteltes, im September 2005 veröffentlichtes Debütalbum bis auf Platz 60 der Billboard Charts und die Single „I’m so sick“ sorgte ebenfalls für Furore. Jetzt soll auch der Rest der Welt von Flyleaf erfahren. Und die Chancen stehen gar nicht mal schlecht. Mit einer zierlichen Frau am Mikro, die gesanglich zwischen Avril Lavigne und derben Aggro-Brüllern hin und her wechselt, und einem Dutzend ziemlich simplen Songs, die zwischen Emo, Punk und Nu-Rock pendeln und von Howard Benson (Papa Roach, My Chemical Romance, P.O.D., The Used) professionell in Richtung Charts getrimmt wurden, könnten Lacey Mosley (Gesang), Sameer Bhattacharya (Gitarre), Jared Hartmann (Gitarre), Pat Seals (Bass) und James Culpepper (Schlagzeug) tatsächlich die Szene in Aufruhr versetzen.

Die Plattenfirma bzw. das Management der Texaner hat bis dato gute Arbeit geleistet und die Band als Support Act für Korn, 3 Doors Down, Staind, Deftones und Stone Sour gebucht. Damit ist der Fünfer perfekt der angepeilten Zielgruppe vorgestellt worden. Diese erhält mit „Flyleaf“ ein hervorragend produziertes Album, das mit einigen Hits („I’m so sick“, „Fully alive“, „Cassie“, „There for you“) und überdurchschnittlichem Füllmaterial („Perfect“, „Sorrow“, „Red Sam“) aufwarten kann. Dabei fasziniert vor allem die stimmliche Bandbreite von Lacey Mosley, die während eines Songs die verschiedensten Gefühlslagen in Hauchen, Brüllen, Kreischen und zuckersüßen Engelschören zusammenfasst. Dazu tönt eine Rhythmusabteilung im Dicke-Hose-Breitwandformat, die genau weiß, was die Hörer wollen: Das übliche Wechselspiel aus laut und leise, Tempowechsel, Emo-Theatralik, ein oder zwei Balladen und ansonsten ein ordentliches Pfund Nu-Metal-Gitarren.

Der Ritt ist zwar schon nach 34 Minuten beendet, aber das ist gar nicht mal verkehrt. Denn so prägt sich das Album schneller ein. Ein Meisterwerk haben Flyleaf mit ihrem Debüt dennoch nicht abgeliefert. Denn bei aller Euphorie muss man auch mal die Kirche im Dorf lassen und nicht jedes Album über den grünen Klee loben, das mehr als zwei gute Songs besitzt.

Anspieltipps:

  • Cassie
  • I’m so sick
  • So I thought
  • There for you
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