Beenie Man - Undisputed - Cover
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Beenie Man Undisputed


  • Label: Virgin/EMI
  • Laufzeit: 52 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

„I´m a dangerous man, with a dangerous mind / They call me the most dangerous of all time” – Nein, das ist keine englische Übersetzung eines deutschen Rapalbums aus Berlin City, sondern der Schlachtruf von Anthony Moses Davis, der als Beenie Man zu den erfolgreichsten Dancehall Reggae-Künstlern unserer Zeit zählt. Und obwohl der Gute erst vor kurzem seinen 33. Geburtstag gefeiert hat, so ist „Undisputed“ bereits seine sechzehnte Platte, Best-Ofs nicht miteingerechnet. Das musikalische Erwachen hat sich beim selbsternannten King of Dancehall bereits im zarten Alter von fünf bemerkbar gemacht, als er durch die Platten seines Onkels das dazugehörige Abspielgerät entdeckte und sich sicher war, dass er DJ werden will. Drei Jahre später gewinnt der Jungspund einen landesweiten Talentwettbewerb, lernt die richtigen Leute kennen und veröffentlicht mit 10 seinen ersten Longplayer „The invincible Beenie Man, the 10 year old DJ wonder“, legt das Musikgeschäft allerdings verständlicherweise zugunsten der eigenen Bildung auf Eis.

1993 kehrt er jedoch mit „Cool cool rider“ zurück und bringt seitdem unablässig neues Material unter die hungrige und immer größer werdende Fangemeinschaft, die durch den Erfolg seiner Single „Dance hall queen“ auf internationale Gegenliebe stößt. Beenie Man wird von Virgin (einem Sub-Label von Major EMI) unter Vertrag genommen und setzt seine strenge Veröffentlichungspolitik weiter fort. Nach dem letzten, für ihn ungewöhnlicherweise zwei Jahre zurückliegenden Output „Back to basics“ erscheint nun hierzulande „Undisputed“, ein Werk, das seinen Status als unanfechtbaren König seines Genres gerecht werden soll.

Das bei dieser Masse an bereits vorhandenem Material (Mr. Davis hat bereits an die 1000 Songs verfasst), die eine oder andere Idee zweimal aufgegriffen wird, lässt sich sicherlich nicht vermeiden. Das auf der neuen Platte allerdings gleich zwei Stücke („Jamaican ting“, „My world“) enthalten sind, die regelrecht langweilig, nervig und unbeeindruckend vor sich hin lamentieren, ist selbst für einen Beenie Man ungewöhnlich. Dafür holt der Rastafari vor allem mit „Hmm hmm“, „Chacka dance“, „Dutty wine gal“, „Beenie Man“, „Come again“ und „Walk out“ die Kohlen aus dem Feuer und streut sie so auf die Tanzfläche, dass kein Bein und keine Hüfte unbewegt bleibt. Ein wenig gewöhnungsbedürftig bleiben letztendlich nur die aggressiven Vocals, die mit den ansonsten eingängigen musikalischen Strukturen erst in Einklang gebracht werden müssen, danach steht dem Abfeiern aber nichts mehr im Wege.

Anspieltipps:

  • Hmm Hmm
  • Beenie Man
  • Come Again
  • Dutty Wine Gal
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