Axel Rudi Pell - Mystica - Cover
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Axel Rudi Pell Mystica


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 58 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Wer noch nie etwas mit Platten von Axel Rudi Pell anfangen konnte, wird hiermit auch nicht umgestimmt werden können.

Wirft man sein Augenmerk auf das Cover vorliegender CD und führt sich den ersten Track darauf zu Gemüte, könnte der Trugschluss gefasst werden eine neue Abteilung von singenden Mönchen, deren missionarische Tätigkeit darin besteht ihre Vorliebe für gregorianischen Choral mit der übrigen Menschheit zu teilen, sei ins Leben gerufen worden. Glücklicherweise handelt es sich bei „Mystica“ nicht um ein lateinisches Pamphlet für gelangweilte Kuttenträger, sondern um Axel Rudi Pells 17. Opus, das nahtlos an seine vorhergehenden Veröffentlichungen anschließt, nicht nur was gemäßigten Hardrock betrifft, sondern auch bezüglich ausufernden Solos und Länge der Tracks.

Wie bereits erwähnt, wird „Mystica“ durch ein ruhiges, instrumental gehaltenes Stück („The misterious return“) eingeleitet, das nach etwas über eine Minute in „Fly to the moon“ mündet, welches sich genau wie der nachfolgende Titel „Rock the nation“ bestenfalls durch die stimmungsvolle und beseelte Gitarrenarbeit von Pell von einem durchschnittlichen Rocksong abhebt. Mit „Valley of sin“ wird es wesentlich grundsolider und Sänger Johnny Gioeli geht zum ersten Mal auf dieser Platte richtig aus sich heraus, kämpft allerdings gegen den etwas beliebigen Text an und „Living a lie“ plätschert beinahe über die gesamte Länge unaufgeregt vor sich hin. „No chance to live“ macht im Anschluss einiges wieder gut, wenn Pell durch eine sehnsüchtige Melodie den Hörer andächtig lauschen lässt und somit eine Ballade zum Besten gegeben wird, die sich zwar an bekannte Muster hält, aber durch die warme und besänftigende Arbeit am Saiteninstrument locker über den Durchschnitt gehoben wird.

Der Titeltrack fällt mit 8 Minuten nicht besonders kurz aus, besticht aber durch einen äußerst stimmungsvollen Aufbau und wird aufgrund des Zusammenspiel der Musiker untereinander zu einem der besseren Stücke auf „Mystica“, obwohl ein bisschen mehr Power dem Ganzen sicherlich nicht geschadet hätte. Der instrumentalen „Haunted castle serenade“ ist aufgrund technisch perfekter Darbietung nichts hinzuzufügen und in „Losing the game“ geht es kurz vor Schluss sogar noch etwas flotter zur Sache, bevor mit „The curse of the damned“ der längste Track beginnt. Abgesehen von einem überraschenden, furiosen Finale, das durch den Einsatz von orgelähnlichen Sounds stark an Deep Purple erinnert und auch Schlagzeuger Mike Terrana ein wenig mehr abverlangt, ist das Stück allerdings nur durchschnittliche Rock-Ware.

„Wir präsentieren unseren Fans bewusst eine Scheibe, die auf unsere typischen Trademarks setzt und nicht etwa versucht, stilistisch etwas völlig Neues auszuprobieren. Wir haben nun einmal einen eigenen Stil, klingen auf „Mystica“ jedoch noch homogener und musikalisch stimmiger“ verlautbart Pell über das neueste Werk. Wer also noch nie etwas mit Platten von Axel Rudi Pell anfangen konnte, der wird hiermit nicht umgestimmt werden können, obwohl das aufgrund des einen oder anderen Solos sicher eine Überlegung wert wäre.

Anspieltipps:

  • Mystica
  • Valley Of Sin
  • No Chance To Live
  • Haunted Castle Serenade
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