Die Apokalyptischen Reiter - Riders On The Storm - Cover
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Die Apokalyptischen Reiter Riders On The Storm


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 45 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Als Boten der herannahenden Apokalypse erschienen die vier apokalyptischen Reiter im 6. Buch der Offenbarung der Bibel um Hunger, Krankheit, Zerstörung und Tod auf die Erde zu bringen. Viele Künstler wie z.B. Metallica („The four horsemen“ aus „Kill´em all“) oder Aphodite´s Child (ebenfalls „The four horsemen“ aus „666“) nahmen sich diese Stelle aus dem Neuen Testament als Inspiration für eigene Schöpfungen, den Namen der Pferdehalter selbst haben allerdings Fuchs (Gesang, Gitarre), Pitrone (Gitarre), Volk-Man (Bass), Dr. Pest (Keyboard) und Sir G. (Schlagzeug) aus Thüringen gepachtet. Wieso die vier apokalyptischen Reiter plötzlich zu fünft sind ist schnell erklärt. Gegründet wurde die Kombo 1995 von Eumel, der sich heute Fuchs nennt, und Skelleton, der 1999 von Sir G. abgelöst wird. Gemeinsam mit Volk-Man und Dr. Pest sind die vier eigentlich komplett, aufgrund gesundheitlicher Probleme von Fuchs wird allerdings 2002 Pitrone als zweiter Gitarrist eingestellt, auf die Berichtigung des Bibeltextes verzichtet man.

Der neue, mittlerweile sechste Output „Riders on the storm“ wurde von ihnen selbst produziert, aufgenommen und abgemischt hat das Ganze Vincent Sorg (In Extremo) in den Principal Studios in Münster. Mit dem Doors-Klassiker hat das Album bis auf den Namen nichts gemeinsam, eine daraus resultierende Neugewinnung von Fans oder Verwechslungen mit dem von Jim Morrison dargebotenen Song, heißen die Reiter sicherlich für willkommen, gilt es doch eine möglichst breite Masse mit dem neuen Werk zu erreichen. Dieses schlägt, wie bereits auf den Vorgängern, Haken wie ein Hase auf der Flucht und dementsprechend flott geht es dann auch zu, wenn „Friede sei mit dir“, das bereits auf einer EP veröffentlicht wurde, aus den Boxen knallt und den fröhlichen Reigen einläutet.

Der Titeltrack hüllt sich in ein stürmisches Metal-Gewand, der „Seemann“ segelt mit tanzbarer Melodie und Geigenmusik aufs offene Meer hinaus, „Der Adler“ gebärdet sich anfangs ein wenig flügellahm, hebt letztendlich aber doch noch ab und braust durch das kräftig geschüttelte Haupthaar und bei „Revolution“ lassen sich Die Apokalyptischen Reiter bis zum Ende hin Zeit um kurz vor Schluss dem Hörer noch schnell in bewährter Tradition das Gehirn rauszupusten. Harte Passagen, die sich mit melodischen Teilen und brachial vorgetragenen Texten abwechseln, offenbaren im Anschluss „Wenn ich träume“ und „Soldaten dieser Erde“, bevor „In the land of white horses“ als von einem Klavier getragener Instrumental-Track vorgestellt wird, der in den Song „Liebe“ mündet, der ebenfalls anmutig und behutsam aus dem Lautsprecher krabbelt wie das vorhergehende Stück, sich allerdings kurz vor der dritten Minute aufbäumt und einem beherzten Endspurt hingibt.

Rockig, mit vollkommen durchgeknallten Text und betrunkener Tuba erklären die Fünf „Schenk mir heut nacht“ und lassen daraufhin das fetzige „Himmelskind“ mit Kinderchor und unerwarteten Death Metal-artigen Schluss aufwarten, das den Wahnsinn der Thüringer Band bestens unterstreicht und vorführt. Ein letztes Mal wird in „Feuer“ aufs Gas getreten, „Mmmh“ ist als Albumender dann allerdings ein wenig zu lang geraten um sich richtig an dem Finale mit Didgeridoo laben zu können, kaschiert wird dieses Manko aber bereits dadurch, wenn ein weiteres Mal „Friede sei mit dir“ angespielt wird. „Riders on the storm“ vereint wieder viele metallische Richtungen, rockt was das Zeug hält und geht in vielen Momenten ab wie die Sau. Wer mit deutschen Texten in Brachial-Montur etwas anfangen kann und vor häufigen musikalischen Wendungen nicht abgeschreckt wird, sollte sich auf jeden Fall diesen Teufelsritt zu Gemüte führen.

Anspieltipps:

  • Liebe
  • Seemann
  • Himmelskind
  • Friede sei mit dir
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