Rhesus - Sad Disco - Cover
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Rhesus Sad Disco


  • Label: Pias/ROUGH TRADE
  • Laufzeit: 41 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Um die zwanzig sind Laura (Bass, Gesang), Aurélien (Gitarre, Keyboards, Gesang) und Simon (Schlagzeug, Keyboards), die das französische Trio Rhesus bilden und bereits vor ihrem Debütalbum für namhafte Bands wie Franz Ferdinand sowie The Libertines die Shows eröffneten. Auch der Aufnahmeprozess ihres ersten Longplayers, „Sad Disco“ wurde von großen Namen flankiert, so dass die Produktion im Motor Music Studio in Belgien von Denis Moulin (Sohn des Jazz-Musikers Marc Moulin) sowie Jo Francken (Zita Swoon, Dead Man Ray) beigesteuert wurde und der mehr als renommierte Howie Weinberg (Nirvana, The Cure, Smashing Pumpkins, Tom Waits, Ramones) das Mastering übernahm.

Nicht nur die großen Namen machen aus Rhesus´ „Sad Disco“ mehr als eine weitere Indie-Veröffentlichung, denn die Musik enthält genug Schönheit, um auch ohne diese zugegeben protzigen Referenzen zu bestehen. Ein wahnsinniges Gespür für prägnante Pop-Melodien, welche zwar erst noch den Langzeittest meistern müssen und dennoch mit einer Lockerheit einhergehen, die zwischen waviger Melancholie und sonniger Euphorie ihre Runden dreht, bestimmt die Spieldauer und hält trotz relativ schlichter Instrumentierung immer wieder vielfältige Arrangements parat.

Leicht zugänglich und ausschließlich in radiotaugliche Längen verpackt, eröffnen die ersten Songs einen Reigen, der harmonisch und sonnig gleich beim ersten Hören alle Sinne anspricht und auf herzliche Art und Weise folkige Gitarren mit melancholischen Singalongs sowie schwebenden Pianospielereien vereint. Es regiert der Wohlklang, welcher nicht stört und dennoch mehr als Hintergrundmusik ist. So punktet Song Nr. 2, „Just Let Go“, mit Gänsehautmomenten und großartigen höhensicheren Gesangausflügen von Aurélien, während sich „Sorry For This“ rockiger gibt und dennoch sanft, mit omnipräsent poppiger Durchschlagskraft einen weiteren Ohrwurm aus den Ärmeln schüttelt.

Entzückend ist auch das Wechselspiel zwischen den Stimmen von Aurélien und Laura, welches „Daylight“ sehr gut steht. „You And Me“ zeigt genau das, was Rhesus ausmacht und sie schon auf diesem ersten Werk nahezu perfektioniert haben: Gefühlvolle Schwelgereien, die sich vor allem im Gesang und erobernden Gitarrenarrangements äußern sowie enthusiastische, vor Euphorie glühende Gute-Laune-Popsongs. Man könnte so weitermachen mit dem Beschreiben und doch ist man sich am Ende unsicher, wie dieses sofort beglückende Album in ein paar Wochen, in ein paar Monaten aus den Boxen der Stereoanlage perlt. Die Gefahr des Überhörens ist bei so viel Schönklang und Gutmütigkeit nicht abzustreiten. Dennoch lohnt sich ein Kennen- und Liebenlernen allemal. Und wer braucht schon Songs, die sich erst nach dem zehnten Mal Hören in das Gehirn brennen, wenn glühende Leidenschaft so schön im Pop-Kosmos erstrahlt.

Anspieltipps:

  • Just Let Go
  • You And Me
  • The Actress
  • Anytime
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