Klee - Zwischen Himmel Und Erde - Cover
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Klee Zwischen Himmel Und Erde


  • Label: Ministry Of Sound/EDEL
  • Laufzeit: 46 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Auch mit zunehmender Spielzeit sind keine Schwächen auszumachen, die das Bild eines wertvollen, musikalisch wie textlich herausragenden Drittwerks trüben könnten.

Die wohl britischste der deutschsprachigen Pop-Bands, nach einem Intermezzo als Ralley mit dem Namen Klee gesegnet und in Köln beheimatet, konnte gleich mit ihrem elektronisch geprägten, tanzbaren wie auch träumerischen Debüt „Unverwundbar“ aus dem Jahr 2003 und mitreißenden Liveauftritten Kritiker wie Fans gleichermaßen entzücken. Spätestens seit der Single „Gold“ und dem zweiten Longplayer „Jelängerjelieber“ kommt kein Freund lebensnaher, vielfach romantischer Texte und von prägnanten Wave-Gitarren/Bassläufen sowie zuckersüßen Keyboards getragener Musik an Klee vorbei.

Pop in Reinkultur, dem in jeder Sekunde ein großes Herz innewohnt und die eindringliche (Bühnen-)Präsenz von Sängerin Suzie brachten schließlich den wohlverdienten Erfolg, welcher Klee sogar als Support für The Wedding Present (deren Ableger Cinerama „Erinner Dich“ coverte) in London aufspielen ließ. Da ist es fast unnötig zu erwähnen, dass Nena höchstpersönlich die Kölner als Vorband für ihre Tournee einlud und „Jelängerjelieber“ unter dem Namen „Honeysuckle“ dieser Tage in den USA erscheint. All´ die Verweise ruhen jedoch erst einmal, denn Klee beglücken die Pop-Welt hierzulande mit ihrem Drittwerk „Zwischen Himmel Und Erde“ sowie der Gewissheit, dass der Schönklang noch lange nicht ausgedient hat, ja sogar immer höhere Sphären erreicht.

Als Opener zeigt „Für Immer“ auf, dass Klee weiter und zielstrebiger in Richtung Pop-Olymp unterwegs sind. Der Hall auf Suzies Stimme und Textpassagen wie „Was auch immer passiert, ich bin ein Teil von Dir, heute und hier, vielleicht auch noch länger, vielleicht auch für immer“ erstrahlen in Kombination mit luftigen Akustikgitarren und einer grandiosen Gefühlswelt, wie sie hierzulande zur Zeit wohl nur Klee so perfekt in Musik verwandeln. Trotz der liebesgetränkten Lyrics umschifft man Kitschfallen und setzt die Sprache als weiteres Instrument ein. Es passt einfach ineinander und lebt von der Gesamtheit, die einfühlsam und genauso eingängig zu jeder Zeit zum Träumen und Schwelgen einlädt. Allein die Orgel im beschwingten, tänzelnden „Nicht Ein Wort“ raubt den Verstand und gibt ihn so schnell nicht wieder her.

Auch mit zunehmender Spielzeit sind keine Schwächen auszumachen, die das Bild eines wertvollen, musikalisch wie textlich herausragenden Drittwerks trüben könnten. Während „Dieser Fehler“, „Liebe Mich Leben“ sowie „Bis An Den Rand Der Klippen“ trotz rockiger Arrangements nichts von ihrer schwebenden Eleganz einbüßen, wandert z. B. „Unsere Liebe“ dank flirrender Orgel-Parts sowie erquickender Percussions auf wohligsten Pfaden und beherbergt eine verzaubernde Magie, der man als halbwegs gefühlsbetonter Mensch nicht aus dem Weg gehen sollte.

Nur selten hört man elektronische Einsprengsel und das ist positiv zu bewerten, wenn die Instrumentierung um die wavigen Gitarren herum so erhaben vielseitig erstrahlt und Suzies Stimme wie schon von den beiden Vorgängern bekannt, Versuchung und Melancholie wieder einmal mit der großen Geste unter der Hörerschaft verteilt. „Zwischen Himmel Und Erde“ ist eine Platte, die noch lange nachhallen wird und Klee auf dem absoluten Höhepunkt ihres bisherigen Schaffens abbildet. Sehnsucht in Musik verpackt, die süchtig macht!

Anspieltipps:

  • Nicht Ein Wort
  • Dieser Fehler
  • Unsere Liebe
  • Ich Vermiss Dich
  • Am Ende Der Liebe
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