Sebastian Hämer - Der Fliegende Mann - Cover
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Sebastian Hämer Der Fliegende Mann


  • Label: 3p/INTERGROOVE
  • Laufzeit: 50 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Moderner Soul mit deutschen Texten und einer frischen Produktion, die auch vor Samples nicht zurückschreckt und so den Spannungsbogen bis zum Ende hoch hält.

Xavier Naidoos Debütalbum „Nicht von dieser Welt” (1998) gehört mit über 1,2 Millionen verkauften Einheiten zu den erfolgreichsten Alben in der jüngeren deutschen Popgeschichte. Es bescherte dem Frankfurter Label 3P einen warmen Geldregen, ein paar Jahre später aber auch eine äußerst schmutzige Trennung von seinem Star, der nach mehr Selbständigkeit, aber wohl auch auf mehr Profit aus war. Die Strippen hinter dem Karrierestart von Xavier Naidoo zogen Moses Pelham und Martin Haas, die u.a. auch für den Sound von Sabrina Setlur, Glashaus und Cassandra Stehen maßgeblich verantwortlich sind. Jetzt haben die beiden Studiofüchse einen neuen Fisch an der Angel, der so verteufelt nach Xavier Naidoo klingt, dass sich das Label eine ganz besondere Promo-Kampagne hat einfallen lassen.

Die erste Single, „Sommer unseres Lebens“, wurde anonym bemustert. Nur der 3P-Background schien klar. Da hieß es bei Presse und Radio fröhlich um die Wette rätseln, ob Herr Naidoo zu seinem alten Label zurückgekehrt sei, ein neues Projekt am Start hat oder ganz jemand anderes dahinter steckt. Im 3P-Forum wurde ebenfalls schwer debattiert, ehe der Spaß aufgelöst wurde: Der neue Xavier Naidoo heißt Sebastian Hämer, ist 27 Jahre alt und stammt aus Prerow an der Ostsee. Sein Debütalbum „Der fliegende Mann“ wird Mitte August auf den Markt gebracht und kommt mit 14 souligen Songs daher, die den musikalischen Faden von 3P-Acts wie Glashaus und Cassandra Steen aufnehmen und in den typischen Pelham/Haas-Breitwandklängen aus den Lautsprechern perlen.

Das Album enthält aber nicht nur zusammen entwickelte Stücke. Sebastian Hämer trug einige Kompositionen bei, die sich nahtlos in den Gesamtsound einfügen, für den man nicht wirklich ein eigenes Genre erfinden muss, wie es die Plattenfirma formuliert. Soulpop dürfte den Kern ziemlich gut treffen. Soulpop mit gefälligen Texten zwischen Herz-Schmerz-Themen und anderen mehr oder weniger romantischen Angelegenheiten. Auf jeden Fall keine Lyrik in naidooscher Predigermanier. Ein eindeutiger Vorzug!

Wer mit den im Text genannten Künstlern etwas anfangen kann, wird an „Der fliegende Mann“ seine helle Freude haben. Moderner Soul mit deutschen Texten und einer frischen Produktion, die auch vor Samples nicht zurückschreckt und so den Spannungsbogen bis zum Ende hoch hält. Bis auf das grottenschlechte Cover ein sehr gelungenes Album.

Anspieltipps:

  • Nichts
  • Mein Dank
  • Immer noch
  • Mein Interesse gilt ihr
  • Wieso sagst du’s nicht ihm?
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