Xavier Rudd - Food In The Belly - Cover
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Xavier Rudd Food In The Belly


  • Label: Anti Records
  • Laufzeit: 52 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Über den Jack-Johnson-Vergleich ließe sich bestimmt streiten, über die Qualität des sechsten Albums von Multiinstrumentalist Xavier Rudd dagegen nicht.

In der Musik wird ja immer gern nach Schubladen gesucht, um einzelne Künstler besser vermarkten bzw. einordnen zu können. Beim Singer/Songwriter Xavier Rudd könnte man sich das Leben zum Beispiel insofern leicht machen, indem man ihn einfach als australische Ausgabe des gitarrespielenden Surfers Jack Johnson („In Between Dreams“) beschreibt. Es mag Xavier Rudd vielleicht etwas an kommerziellem Potenzial fehlen, weshalb sein neues Album „Food In The Belly“ auch nicht mehr beim Major Universal, sondern bei Anti Records erscheint, aber mit seinen akustischen Songs, die das Leben nicht als rosa-rot gefärbtes Wunschkonzert beschreiben, ist er wohl auch eine Spur zu politisch für das mitunter etwas seichte Songmaterial eines Jack Johnson.

Über den Jack-Johnson-Vergleich ließe sich bestimmt streiten, über die Qualität des sechsten Albums von Multiinstrumentalist Xavier Rudd dagegen nicht. 14 Songs hat er dafür live und ohne Computereinsatz (!) im Mai 2006 in einem Haus im Kanadischen Vancouver aufgenommen, das in ein Studio umgebaut wurde. Zusammen mit diversen Gästen, darunter Sängerin Beth Preston, Drummer Dave Tolley, Organist Panos Grames und einem eigens zusammengestellten Kinderchor aus Vancouver, überrascht der Südostaustralier aus Torquay mit Liedern, die gar wundersam an den frühen Sting („The mother“), Paul Simon („Energy song”, „Messages“) und Peter Gabriel („Pockets of peace“) erinnern. Neben Rudds Akustikgitarre kommen dabei hauptsächlich exotische Instrumente wie Tabla, Tuba, Banjo, Djembe, Didgeridoo (ein Blasinstrument der nordaustralischen Aborigines) sowie eine hölzerne Resonanzbox, die Rudd mit den bloßen Füßen bedient, zum Einsatz.

Angefangen mit dem beschwingten Folk-Reggae „Let me be“, über das düster-introvertierte „The letter“ und das wunderschöne „My missing“, bis hin zum mit grandiosem Harmoniegesang eingesungenen „Messages“, auf das Paul Simon gewiss neidisch wäre, bietet „Food In The Belly“ hochspannendes Songmaterial, das getrost zur hohen Schule des Singer/Songwriter-Genres gezählt werden darf. Gekrönt wird das Album aber vom Schlusssong „September 24, 1999“, eine todtraurig wirkende, sechs Minuten lange Ballade, die nichts außer Xavier Rudds Stimme und ein Piano benötigt. Wahrscheinlich ist der Song das intimste und autobiografischste Stück, das Xavier Rudd jemals aufgenommen hat. Es sorgt jedenfalls für pure Gänsehaut und einen großartigen Schlusspunkt für das dritte Studioalbum des Australiers.

Anspieltipps:

  • Messages
  • Let me be
  • Energy song
  • Pocket of peace
  • September 24, 1999
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