Hope Of The States - Left - Cover
Große Ansicht

Hope Of The States Left


  • Label: Red Ink/ROUGH TRADE
  • Laufzeit: 52 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Die sechsköpfige Band aus dem englischen Chichester konnte bereits mit ihrem Debüt „The Lost Riots“ im Jahr 2004 für Furore im Postrock-Himmel sorgen und dank ausufernder Collagen sowie epischer Gefühlswelten einen gelungenen Einstand in der Musikwelt feiern. Eine erfolgreiche Tour durch Amerika, Europa, Japan und Australien schloss sich dem Debüt an und ließ die Engländer zu dem Entschluss kommen, dass die Zeit bereits nach dem Erstling reif für eine drastische Veränderung ist. Wesentlich mehr Gradlinigkeit und Pop-Appeal setzen Hope Of The States nun auf „Left“ um, denn Frontmann Sam Herlihy ist der Meinung, „dass zu viele Bands ein zweites Album machen, welches sich von ihrem Debüt gar nicht unterscheiden lässt“ und diese Stagnation wollten die Sechs keinesfalls über sich ergehen lassen.

Mit Mike Siddell haben Hope Of The States sogar einen hauptamtlichen Violinenspieler an Bord, der zeitweise mit einer aus 25 Musikern bestehenden Streicherformation gefühlsecht den Himmel voller Geigen beschwört. Doch wer nach den ersten, höchst anmutigen und epischen Klängen ein ausschließlich getragenes, in sich gekehrtes Werk erwartet, liegt falsch, auch wenn Ken Thomas (Sigur Rós) die Produktion übernommen hat. Vielleicht ist es die heraufbeschwörte Veränderung, welche mit zunehmender Spielzeit der Platte etwas die durchgehende Brillanz raubt. Das Glockenspiel und die weitflächige Opulenz der ersten Sekunden geraten bei „Blood Meridian“ etwas zu sehr in den Hintergrund, selbst wenn rockig alles aus dem Song herausgeholt wird und er in der Verbindung aus Streichern und Uptempo-Rockparts gut besteht, die wuchtigen Gitarren jedoch mehr als einmal die Feingliedrigkeit übertönen. „Sing It Out“ ist da etwas konsequenter in der Umsetzung und setzt sich mit britischer Eleganz und flirrenden Gitarren ins Spitzenfeld ab.

Im Titelsong erhört man wieder das im Opener so liebgewonnene Glockenspiel und lauscht wunderbaren Piano- und Streicherpassagen, die sich im Mittelteil mit prägnanten Drums zu einer Hymne hochschrauben, wie sie im Buche steht. Sänger Sam Herlihy überzeugt mit träumerischen und sich tief verankernden Wohligkeiten in seiner Stimme, welche immer wieder auf´s Neue verzaubert. Im Spannungsfeld zwischen Rock und melancholischem Pop brillieren Hope Of The States eindeutig in den ruhigen, sich entfaltenden Momenten, während der schroffe Rock zumeist gegen die Schöngeistigkeit der Ruhe antritt und sich die Engländer mehr und mehr verzetteln, anstatt an ihren Stärken der epischen Ausdrucksstärke festzuhalten. Auch wenn ein Schweinerock-Song wie „Four“ mehr einem Eindringling gleicht und einige bratende Gitarren das Herzstück des Album, die Melancholie, von Zeit zu Zeit in ihrer pulsierenden Präsenz stören, ist Hope Of The States mit „Left“ ein gutes Album gelungen, dessen Gefühlswelten direkt den Hörer erreichen und so zumindest ein Probehören empfohlen sei.

Anspieltipps:

  • Left
  • January
  • Sing It Out
  • Little Silver Birds
Neue Kritiken im Genre „Indie-Pop“
5/10

Mints
  • 2017    
Diskutiere über „Hope Of The States“
comments powered by Disqus