Bright Eyes - Noise Floor: Rarities 1998 - 2005 - Cover
Große Ansicht

Bright Eyes Noise Floor: Rarities 1998 - 2005


  • Label: Saddle Creek/INDIGO
  • Laufzeit: 61 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Das amerikanische Label Saddle Creek ist aus der Independent-Landschaft mittlerweile nicht mehr wegzudenken, beheimatet es doch gern gesehene und mit viel Lob bedachte Künstler wie Bright Eyes, Cursive, Azure Ray und The Faint, so dass das wie eine Familie agierende Netzwerk mittlerweile auch flächendeckend in Europa Zuspruch gefunden hat. Nicht zuletzt Conor Oberst aka Bright Eyes war es Anfang 2005, der mit dem Album-Doppelschlag „I´m Wide Awake It´s Morning“ sowie „Digital Ash In A Digital Urn“ für euphorische Reaktionen und vollkommene Entzückung sorgte. Das zwischenzeitlich veröffentlichte Live-Album „Motion Sickness“ wird nun um eine weitere Songsammlung ergänzt, die limitierte Singles, unveröffentlichte Stücke und Coverversionen in Form von „Noise Floor (Rarities: 1998 – 2005)“ vereint.

Obwohl diese Zusammenstellung selbstredend nie die durchdringende Intensität eines Longplayers von Conor Oberst erreicht, blitzt doch die Brillanz und die im Minimalistischen wunderbar eingefangene Melancholie mehr als einmal berauschend auf. Oft nur mit Akustikgitarre, leichten Percussions und der ungemein zerbrechlichen, unverwechselbaren Stimme ausgestattet, beginnt das Album mit Stimmengemurmel und einem poetischen Vortrag, wie man es in seiner Art bereits von den regulären Studiowerken kennt, bis „I Will Be Grateful For This Day“ mit rauen Electrobeats, einer Kirchenorgel und leicht noisigen Elementen spätestens nach dem dritten Hördurchgang für den ersten Suchtfaktor sorgt. In bester Bright Eyes-Manier geht es danach folkig weiter, wenn bei „Trees Get Wheeled Away“ die Slide-Gitarre zum Einsatz kommt und der Song einschmeichelnd poppig den Hörer mit guter Songwriting-Tradition versorgt.

Räudiger und schwungvoll rockig ist dagegen „Spent On Rainy Days“, dass sich gleichzeitig verquer gibt und Conor Oberst mit aggressiven, doch stilvollen Ausbrüchen brillieren lässt. Zusammen mit der Band Books aus Omaha entstand „The Vanishing Act“, kommt jedoch nicht über den Status einer historischen Zugabe ohne großes Potential hinaus. Zum Glück beherzen unveröffentlichte Songs wie die für eine 7-Inch mit M. Ward geplanten „Weather Reports“ sowie „Seashell Tale“ die so lieb gewonnene, in sich ruhende Folk-Variante des introvertierten Musikers, um mit weiteren wertvollen Momenten das positive Bild von „Noise Floor“ zu bestätigen.

Als Fazit bleibt eine tolle Werkschau, die für Sammler eher irrelevant ist, doch den Freund von Conors schwieriger Gedankenwelt und seiner authentischen Verarbeitung in der Musik mehr als zufrieden stellt, auch wenn es wie anfangs bereits erwähnt die geschlossene Erhabenheit eines regulären Albums nicht erreicht.

Anspieltipps:

  • I Will Be Grateful For This Day
  • Spent On Rainy Days
  • Motion Sickness
  • Weather Reports
  • Bad Blood
Neue Kritiken im Genre „Folk“
Diskutiere über „Bright Eyes“
comments powered by Disqus