The Killers - Sam´s Town - Cover
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The Killers Sam´s Town


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 44 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Auf diesem Album schleichen sich die Songs von hinten an.

The Killers haben mit ihrem Debütalbum „Hot Fuss“ (2004) ihrem Namen alle Ehre gemacht: Sämtliche Charts wurden gestürmt und vor allem in England waren sie wochenlang auf Position eins. Verwunderlich, denn die Band stammt aus Las Vegas und versucht sich am 80er-Revival-Rock inklusive Keyboards und zeitweisem BritPop. Da reiben sich die britischen Bands die Augen und verzweifeln, denn Sänger Brandon Flowers, Gitarrist Dave Brent Keuning, Drummer Ronnie Vanucci Jr., und Bassist Mark August Stoermer werfen nun ihren zweiten Silberling in die Runde.

Das Titelstück „Sam's Town“ beginnt mit reichlich Instrumentenbombast, das erinnert an wenig an die Pumpkins, der obligatorische Keyboardeinsatz und die hörbar härtere Gangart der Gitarren regieren den Song. Die kurze Erholungspause danach ist ein 50-Sekunden-Intro in Form einer pianounterlegten netten Begrüßung. Dann zeigt die erste Singleauskoppelung „When you were young“, was die Amerikaner so verdammt gut beherrschen: Eine Melodie, die sich einbrennt, Synthie- und Gitarrenattacken, kombiniert mit der pathosgetränkten eindringlichen Stimme Brandons ergeben einen Hitgaranten oder einfach ein BritPop-Perle.

Danach wird in diesem Stile weiter musiziert, doch nicht ganz so überschwänglich, sondern rockiger und bodenständiger. Eine etwas undurchsichtigere Richtung strebt „Uncle Johnny“ an, ein Gitarrenriff, welches relativ monoton wiederholt wird, lässt sich nur von Brandon Flowers übertönen und ein zweites Riff gesellt sich dazu und es wird nicht nur hier deutlich, dass die Gitarrenarbeit auf der gesamten CD im Vordergrund steht. Das ist so ein kantiger Track, der mit mehrstimmigen Gesang am Ende überrascht, der sehr gut hineinpasst. Bei „Bones“ regieren auf einmal Trompeten, ein Männerchor und Synthies, natürlich auch Gitarren, und da scheiden sich die Geister: Das ist zu luftig locker und der einzige musikalische Schwachpunkt ist gefunden. Das musikalische Konzept ist eher ein anderes. Der große Unterschied zur ersten CD ist eindeutig: Die Tracks haben einen förmlich mit ihrer Melodieseligkeit angesprungen und bei dieser schleichen sich die Songs von hinten an. Mehrmalige Hördurchgänge fördern immer neue Lieblingssongs hervor, die beim ersten Mal unerkannt geblieben sind und die einfach im Gedächtnis hängen bleiben.

„My list“ beginnt mit sehr ruhig fast nur mit der Stimme von Herrn Flowers, um dann nach zwei Minuten mit der ganzen Instrumentengewalt eine Hymne zu werden, die mit gefühlvollen Gesang aller Bandmitglieder wieder gewaltig zu überzeugen weiß, eine sehr gute Songwritingleistung der vier Männer aus der Wüste, die alle Tracks selbst komponiert haben. Bei „River is wild“ mischen auch ein paar Geigen mit und es kommt wieder eine kleine Ähnlichkeit mit den Smashing Pumpkins in ihrer radiotauglichen Zeit auf, vielleicht eine Spur härter. „Why do I keep counting“ erklingt der Sänger erst aus dem Hintergrund, um dann wieder mit gewohnter Stimmstärke eine weitere Hymne abzuliefern.

Entlassen wird der Hörer wieder hauptsächlich mit Piano und einem gesungenen Abschied, der verblüffender Weise wieder mehrstimmig vorgenommen wird. Diese knappen zwei Minuten bilden einen schöner Ausklang dieses Longplayers, der trotz nicht ganz so hoher Hitdichte nicht nur die Erwartungen der Fans erfüllen kann. Leider beträgt die Spieldauer nur 44 Minuten, abzüglich der In- und Outros also nur 41 Minuten, das ist trotz der Qualität sehr schade. Doch freuen kann man sich auf das nächste Werk der Las-Vegas-Musiker jetzt schon.

Anspieltipps:

  • My List
  • River is wild
  • Uncle Johnny
  • When you were young
  • Why Do I Keep Counting
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