Cosmo Klein - Human - Cover
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Cosmo Klein Human


  • Label: 105 Music/SonyBMG
  • Laufzeit: 40 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Lebensgeschichte von Marcus „Cosmo” Klein ist abenteuerlich. Purer Rock’n’Roll sozusagen. Angefangen beim Umzug aus dem 7.000-Seelen-Dorf Anröchte in die Wüste nach El Paso in Texas, über seine schwierige Schulzeit mit abgebrochenem Abitur, bis hin zu Selbstmordversuchen und kruden Konzepten, sich als autarker Künstler durchzusetzen. Für dieses Leben reichte noch nicht mal der branchenübliche Promo-Waschzettel aus. Ein Hochglanzfolder mit achtseitiger Biographie und bedeutungsschwangeren Fotos musste es sein, der erst zum Schluss zum Wesentlichen kommt: dem professionellen Umgang mit Musik.

Hier erfährt der geneigte Leser, dass Cosmo sein fertiges Debütalbum auf den letzten Drücker zurückgezogen hat, weil es ihm nicht mehr gefiel. Dass Cosmo schon zwei Singles im Niemandsland der deutschen Charts platzieren konnte, als Auftragsschreiber für Leute wie Ben („Herz aus Glas”) und Sasha („This is my time”) in Erscheinung trat und natürlich mit der sympathischen Maya Saban einen mittleren Hit landen konnte („Das alles ändert nichts daran“).

Cosmos neues Album „Human“ ist komplett in Englisch eingesungen. Produziert wurde es von Cosmo selbst und Kai Lee. Als Executive Producer war Michael Kersting tätig. Aufgenommen wurden die Songs in den Cemetery Studios von Click Music. Etwas will hier aber nicht so recht passen. Angefixt von einer – zugegeben – sehr spannenden Bio, die richtig dick aufträgt und die Grenzen üblicher PR-Texte deutlich sprengt, und der optischen Wirkung von Cosmo Klein, baut sich ein Bild vor dem geistigen Auge auf, dass so gar nicht mit der Musik des 27-Jährigen in Einklang gebracht werden kann. Hier stellt sich nämlich die Frage, ob wirklich irgendjemand eine zweite Ausgabe von Sasha („Open Water“) braucht? Ähnlich wie der Kollege aus Dortmund, setzt Cosmo Klein nämlich auf die großen, satten Refrains, die den Hörer anfallen wir ein tollwütiger Dackel den Briefträger – eingebettet in viel Pop („I love you“), einer Priese Soul („Tonite“), etwas Rock („Human“), Electro („Boys & Girls“) und Reststoffen des HipHop („Urban“). Auch stimmlich ist Cosmo nicht weit weg von Schmusesängern wie Xavier Naidoo und Sasha, die keine sein wollen, weil alle richtig rocken können.

„Human“ hat eine durchaus gefällige Mischung, immer mit dem richtigen Bums („Talk to me“) oder flotten Grooves („Too young to die“) auf der Pfanne. Absolut professionell vorgetragen, zu 100% mainstreamtauglich – und doch fehlt so etwas wie eine eigene Note. Typisch Auftragsschreiber könnte man sagen. Aber damit täte man dem noch jungen Musiker unrecht. Dennoch, ein Knaller ist dieses Album gewiss nicht.

Anspieltipps:

  • Tonite
  • Nothing to lose
  • You don’t know me
  • Where did we go wrong
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