LeToya - LeToya - Cover
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LeToya LeToya


  • Label: Capitol/EMI
  • Laufzeit: 52 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

LeToya Nicole Luckett ist ihrer ehemaligen Stammband Destiny´s Child nach ihrem Ausstieg nicht gerade als charmante Persönlichkeit in Erinnerung geblieben. Gemeinsam mit La Tavia Roberson hatte sie nämlich den Verdacht der Manager der enorm erfolgreichen Girlband, Mathew Knowles, Beyoncé Knowles Vater, würde seine Tochter absichtlich in den Vordergrund stellen und aufgrund der emotionalen Bindung trotz geschäftlicher Prinzipien favorisieren. Ein riesengroßes Medienspektakel war die Folge, das allerdings nicht wie in vielen anderen Fällen zum Split der gesamten Band führte, sondern nach Beilegung des Streits lediglich das Quartett auf ein Trio schrumpfen ließ, das nun aus den Ur-Mitgliedern Beyoncé Knowles und Kelly Rowland bestand, die als neue Kraft Michelle Williams ins Boot geholt hatten. Nach „Survivor“ (2001), „Destiny fulfilled“, einem Weihnachts- (2001) und einem Remix-Album (2002), sowie der abschließenden „Greatest Hits“-Compilation „#1´s“ (2005) war allerdings dennoch das Ende der Fahnenstange erreicht und die einzelnen Mädels widmeten sich mit unterschiedlichem Erfolg ihren Solokarrieren.

Als LeToya merkte, dass trotz teurer Gerichtsverhandlungen nicht viel aus dem Kapital von Destiny´s Child herauszuholen war, begann sie ab 2003 an Songs für ihre eigene Platte zu schreiben. Bereits 2004 unterzeichnete sie bei Capitol Records, das Debüt ließ allerdings auf sich warten. Eine erste Single namens „U got what I need“ erschien, die aber nur die Presse zu Gesicht bekam. Nach einer Kollaboration mit Slim Thug auf dessen Album „Already Platinum“ und der Veröffentlichung des Songs „What love can do“ auf dem Soundtrack des Films „Coach Carter“, nahm ihr Erstling immer mehr Gestalt an, nachdem bereits viele Songs im Internet kursierten. Die erste offizielle Single aus „LeToya“ wurde „Torn“, eine unauffällig gestrickte R´n´B-Ballade, die nicht unbedingt Vorfreude auf das kommende Werk schürte.

So kommt es wie es kommen muss. Nach einer unnötigen Einleitung („Intro“) schlängelt sich „U got what I need“ mit Kinderchor, faden Samples und einer unaufgeregten Darbietung von LeToya genüsslich am Ohr vorbei, sodass überhaupt erst der Stakkato-Beat in „So special“ wahrgenommen wird. Wesentlich aufregender wird es mit „What love can do“ oder dem versucht sanftmütigen Downtempo-Song „She don´t“ nicht, erst „Tear da club up“ gefällt durch eine minimalistische Musikunterlage auf der sich das Ex-Schicksalskind und die Rapper Bun B und Jazze Pha tummeln. Überhaupt leitet der Track den besseren Teil der Platte ein, die kargen Beats bleiben jedoch wie den nachfolgenden Songs „All eyes on me“, „Hey fella“ und „Gangsta grillz“ zu entnehmen ist. Danach vereint LeToya wieder blutarmen Chart-R´n´B („I´m good“) mit halbgaren Schleichern („Obvious“, „This song“), die bestenfalls als Schlafmittel dienen, bevor „Outro“ den Abschluss tätigt, obwohl noch ein Remix von „Torn“ erklingt.

Mit dem Debüt von Miss Luckett lässt sich nur schwerlich eine Party schmeißen, dazu fehlen eindeutig richtige, tanzbare Songs, denn mehr als gediegenes Arschwackeln wird selbst bei den etwas flotteren Tracks nicht drin sein. Als angenehmes R´n´B-Sommeralbum ist „LeToya“ wiederum zu schnarchlangweilig geworden, sodass die Gefahr besteht in der derzeit brütenden Hitze aufgrund der faden Beats einzuschlafen und sich einen Sonnenbrand zu holen, der dann genauso schmerzt wie die Erkenntnis, dass ein sexy Cover leider noch keine sexy Platte macht.

Anspieltipps:

  • Gangsta Grillz
  • All Eyes On Me
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