Hush Puppies - The Trap - Cover
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Hush Puppies The Trap


  • Label: V2/ROUGH TRADE
  • Laufzeit: 44 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Nicht aus England, sondern aus Frankreich kommen derzeit die euphorischen Stimmen, welche die Hush Puppies auf Händen tragen und ihnen, von ihrem Debüt „The Trap“ beeinflusst, eine ebenso euphorische Zukunft voraussagen. Dass die Fünf mit den klangvollen Namen Olivier Jourdan, Wilfried Jourdan, Cyrille Sudraud, Guillaume Le Guen sowie Franck Pompidor in ihrer Heimat abgefeiert werden, ist nichts ungewöhnliches, doch dass sie das Rock-Mutterland des Vereinigten Königreichs und die restliche Welt erobern können, müssen sie noch beweisen. Die Zeichen stehen jedoch nicht schlecht, wenn man sich das von Peter Deimel aufgenommene und von den Hush Puppies selbst produzierte „The Trap“ zu Gemüte führt. Es herrschen ein rauer Garagen-Sound, quirlige Orgeln, große Rock-Gesten und filigrane Melodien in bester französischer Manier vor, die zusammen ein erbauliches, befreit aufspielendes Debüt ergeben.

Das Opener-Dreigespann macht in knapp neun Minuten keine Gefangenen und verschafft sich mit Herz sowie ungestümer Jugend direkten Zugang zu einer Platte, die unentwegt nach „gestern“ schaut und doch ihren eigenen Charme versprüht. Egal, ob man das abrupte, psychedelische Outro von „1975“, die wahnwitzigen Orgeln und schier davonstürmenden Drummings in „Packt Up Like Sardines...“ oder den für Live-Auftritte als Endorphin-Entzünder erster Güte auch auf CD zupackenden Refrain von „You´re Gonna Say Yeah!“ zu Rate zieht – es macht Spaß und lässt keine Rock´n Roll-Wünsche ungelebt. Auch die etwas ruhigere, doch nicht minder verschrobene Seite von den Hush Puppies ist geschmackvoll angerichtet, wie „Marthelot ´n´ Clavencine“ dank weit hinausgetragener Orgel-Spielereien unterstreicht. Mit leichtem und doch süßlichem Französisch-Akzent gefällt der sich dem rauen Umfeld anpassende Gesang, der sich nicht allzu weit aus dem Fenster lehnt, sondern bodenständig und eher unprätentiös sich als weitere Facette dem beschwingten, kapriolen-schlagenden Hochdruck-Sound unterordnet.

Nicht nur simple Rockmusik gibt es auf Hush Puppies´ „The Trap“ zu bewundern, sondern auch sich überschlagende Synthesizer (meistens auf Orgel getrimmt), überraschende Breaks und psychedelische Erholungspausen zwischen energetischen Losgeh-Nummern sind Programm und lassen das Album in der Gunst steigen. Selbst wenn man versucht, den Franzosen Trittbrett-Fahrerei in britischen Gewässern zu unterstellen, wird man spätestens nach dem dritten Hördurchlauf diese Vermutung aus dem Gedächtnis streichen müssen. Bei derart losgelöster, zwingender Dynamik und doppelbödiger Instrumentierung sind alle negativen Gedanken fehl am Platz, denn auch wenn manchmal noch die ganz groß herausstechenden Ideen fehlen, ist „The Trap“ ein toller Einstand, den es im Herbst live zu untermauern gilt.

Anspieltipps:

  • You´re Gonna Say Yeah!
  • Pale Blue Eyes
  • Bassautobahn
  • Single
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Niente
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