Gracer - Voices Travel - Cover
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Gracer Voices Travel


  • Label: Revelation Records
  • Laufzeit: 41 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Es ist das Jahr des modernen Artrock: Bands wie Thrice, 30 Seconds To Mars, Biffy Clyro oder Oceansize verbuchen eine stetig wachsende Resonanz, auch bei der breiten Hörerschaft. Acts wie Dredg oder The Mars Volta packen so langsam aber sicher den Sprung in die kommerzielle Chartlandschaft und Gruppen wie Tool oder A Perfect Circle gehören sowieso schon seit geraumer Zeit in der Kreis der absoluten Rock-Superstars. Da ist es nicht verwunderlich, dass nun auch die eine oder andere junge Band versucht, sich in den Tross des Erfolges einzureihen. Eine von ihnen ist die amerikanische Band Gracer, die mit ihrem Debütwerk „Voices Travel“ eine Platte abliefert wie sie zeitgemäßer nicht sein könnte.

Sphärische Soundflächen, treibende, moderne Rhythmik und ein gefühlserfüllter Gesang machen diese Platte zu einem harten Brocken für alle Emo-Muffel und Anhänger statischer Musikkunst. Dennoch schwebt „Voices Travel“ fernab von Trübsinn und Tristesse zwischen der Ästhetik emotionaler Musik und der Anmut schwermütiger Songs. „Voices Travel“ ist einfach eine Platte in der gelitten, bedauert und dahingeschmolzen wird. Das Schöne daran? Sie wirkt zu keinem Zeitpunkt aufgesetzt oder verfällt in kitschiges Emotionsgeplänkel. Man spürt, das hier kommt von Herzen, das hier ist ein Kanal, Erlebtes zu verarbeiten, eine sehr persönliche Art und Weise sein Innerstes mit anderen zu teilen. Oder anders gesagt: Das Spiel zwischen Laut und Leise, das Intermezzo verzerrter Gitarren und zarter Pianoklänge berührt auf seine ganz eigene Art und Weise. Das Schlechte daran? Man spürt, dass diese Band noch nicht weiß wohin mit sich selbst und ihrer Musik. Die Melodien klingen zu unausgereift, die Gitarrenarbeit oftmals zu matschig und undefiniert und der Gesang hat vor allem im Gegensatz zu Bands wie Dredg, A Perfect Circle oder Oceansize, keinerlei Chance auf einen positiven Vergleich

Dennoch sollte man Gracer für die Zukunft im Auge behalten. Denn vor allem wenn man bedenkt, wie andere große Bands dieses Genres angefangen haben, kann sich „Voices Travel“ wirklich mehr als sehen lassen. Solide Songs, nette Melodien und ein gewisses Maß an treibender Poppigkeit ist mehr, als man von den meisten Newcomern erwarten kann. Und gerade deshalb sollte man Gracer eine Chance geben.

Anspieltipps:

  • Emily Taylor
  • Waiting for Departures
  • Hold on
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