The Transmissionary Six - Radar - Cover
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The Transmissionary Six Radar


  • Label: Glitterhouse/INDIGO
  • Laufzeit: 50 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Terri Moeller von den Walkabouts und Paul Austin (ehemals Willard Grant Conspiracy) treffen sich zum ersten Mal Ende der Neunziger. Obwohl sie sich aus den Augen verlieren, gibt es bei einer späteren Begegnung der beiden keine Zweifel, dass sie zusammen die Musiklandschaft bevölkern wollen. Paul Austin verlässt kurzerhand die Willard Grant Conspiracy, verkauft seine Habseligkeiten und fliegt mit seiner Gitarre im Schlepptau nach Seattle, so sicher ist er sich seiner Vision, mit Terri Moeller die zauberhaft mystischen und doch eingängig schöngeistigen Transmissionary Six zu gründen.

Durch Jon Hyde kürzlich zum Trio herangewachsen sind sie mittlerweile beim sechsten Werk innerhalb von fünf Jahren angekommen und lassen noch lange keine Ermüdungserscheinungen aufkommen. Stets überdurchschnittlich instrumentiert, von Terri Moeller mit einer vereinnahmenden Stimme gesegnet und gefühlvoll den Hörer anschmachtend ist „Radar“ ein weiterer Höhepunkt in ihrer noch kurzen Karriere. Dass Gäste wie Downpilot und das Produzententeam Tucker Martine/Scott Colburn ebenso zur Klasse beitragen, ist unbestritten, doch im Kern ist es nach wie vor die intensive musikalische Beziehung zwischen Terri und Paul, welche die Anziehungskraft so unwiderstehlich werden lässt.

Während der gesamten Spielzeit ist es die spezielle Entrücktheit, die sich nicht abgehoben künstlerisch verkrampft, sondern sich so eindringlich sonderbar mit folkiger Leichtigkeit verbindet und beispielsweise in „Broker“ dank Pedal Steel-Gitarre, tragender Percussions/Schlagzeugfeinheiten und natürlich Terri Moellers rauchiger, jedoch ebenso zarten Stimme für anhaltende Bewunderung sorgt. „Pod Bay Doors“ gibt sich danach etwas schwungvoller und satter instrumentiert, was unter anderem mit den rhythmisch triumphierenden Drumparts und schönen ausufernden Gitarren-Effekten zu tun hat und die Spannung zwischen den sparsam instrumentierten, in sich ruhenden Songs hoch hält.

Neben den mystischen Folk-Arrangements, in denen sich allein schon die Pedal Steel-Gitarre und die wabernden Orgel-Sounds mitsamt zaghafter Percussions für den Aha-Effekt verantwortlich zeigen, ist es auch die Anordnung der Titel, die den Ausschlag für eine tolle, sich immer mehr entfaltende Platte gibt. Selbst wenn man mit zunehmender Dauer meint, alle Großartigkeiten gehört zu haben, kommen weitere markante Songs hinzu, so dass selbst im letzten Drittel keine Sättigung den Genuss des Hörers schmälert. Immer wieder schaut man auf, saugt das tonangebende Piano sowie die unterschwellige Elektronik in „When Rowan And Martin Saved The Day“ auf und tänzelt zu den leichtfüßigen, sicht dicht anschmiegenden Tönen von „Infrared“ oder „Top Of Your Lungs“. Man kann sich also sicher sein, dass Transmissionary Six auf „Radar“ weiter so eindringlich und angenehm einzigartig ihre Runden im weiten, folkloristischen, stets entstaubten Rund drehen und sollte sich die anstehenden Deutschland-Auftritte vormerken.

Anspieltipps:

  • Radar
  • Wires To Rust
  • Top Of Your Lungs
  • When Rowan And Martin Saved The Day
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