Incubus - Light Grenades - Cover
Große Ansicht

Incubus Light Grenades


  • Label: Epic/SonyBMG
  • Laufzeit: 48 Minuten
Artikel teilen:
7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Incubus halten auch mit „Light Grenades“ ihr Qualitätslevel, indem sie sich nicht ohne Not neu erfinden.

Zur Eröffnung des sechsten Studioalbums von Incubus, fließen psychedelisch wabernde Töne aus den Boxen, die Schlimmes befürchten lassen: Wurden die mit einem Jahr ungewöhnlich lang ausgefallenen Schreib- und Aufnahmesessions zu „Light Grenades“ etwa von jeder Menge Dope und Bands wie The Grateful Dead und Radiohead inspiriert? Das würde bedeuten, es gibt heuer noch mehr ausufernde Jams und progressiv ausgefranste Songs, als auf dem sperrigen Vorgänger „A Crow Left Of The Murder“ (02/2004). Doch bevor der Hörer diesem Gedanken und der Frage „will ich das?“ weiter nachhängen kann, gibt ihm Incubus mit „A kiss to send us off“ eine gewaschene Crossover-Peitsche. Hallelujah, so hat sich eine Band zurückzumelden!

Tatsächlich ist die Formel für „Light Grenades“ relativ einfach: Krachende Rocksongs im stilistischen Fahrwasser von Pearl Jam zu „Vitology“-Zeiten („Light grenades“) und den Red Hot Chili Peppers ab „Californication“ („Anna Molly“, „Rogues“, „Pendulous threads“), wechseln sich mit atmosphärisch dichten Midtempo-Nummern („Dig“, „Love hurts“, „Oil and water“, „Paper shoes“) ab, die allesamt erstaunlich schnell auf den Punkt kommen (neun der 13 Songs gehen nicht über die 4-Minuten-Marke hinaus).

So eine Musik durfte in der Vergangenheit als Alternative Rock bezeichnet werden, ohne dass derjenige schief angeschaut wurde. Doch wozu eigentlich „Alternative“? Die wie schon beim letzten Mal von Brendan O’Brien (Pearl Jam, Audioslave, Rage Against The Machine, Bruce Springsteen) produzierte Scheibe stellt sich als intelligente und anspruchsvolle Rockmusik heraus, die um zu zünden nicht nur die berühmten „mehrmaligen Durchläufe“ benötigt – sie nimmt sie sich ganz einfach, weil eine Platte dieser Qualität schlicht und ergreifend das Recht dazu hat.

Natürlich ließe sich jeder einzelne Song bis ins Detail sezieren. Doch das ist gar nicht nötig. Incubus halten auch mit „Light Grenades“ ihr Qualitätslevel, indem sie sich nicht ohne Not neu erfinden, sondern eine behutsame Weiterentwicklung einschlagen, die auch ohne (ein überambitioniertes?) Dreifachalbum (Red Hot Chili Peppers) bzw. einer vermeintlichen Rückkehr zu den Wurzeln (Pearl Jam) bewältigt wird.

Anspieltipps:

  • Anna Molly
  • Oil and water
  • Pendulous threads
  • A kiss to send us off
  • Earth to Bella (Part I & II)
Neue Kritiken im Genre „Rock“
9/10

News Of The World (40th Anniversary Edition)
  • 2017    
8/10

Automatic For The People (25th Anniversary Edition)
  • 2017    
Diskutiere über „Incubus“
comments powered by Disqus