Badly Drawn Boy - Born In The U.K. - Cover
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Badly Drawn Boy Born In The U.K.


  • Label: Capitol/EMI
  • Laufzeit: 53 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Damon Gough alias Badly Drawn Boy alias der Mann mit der komischen Wollmütze hat den Schritt gewagt, der Moralapostel nervös macht: Weg vom kleinen Indie-Label XL Recordings, hin zum großen Major EMI. Street Credibility eingetauscht gegen dicke Schecks. Das geht ja gar nicht! Doch alles halb so schlimm. Mit seinem neuen Album „Born In The U.K.“ macht sich der 36-Jährige in keiner Weise des Verrats verdächtig. Selbst der offensichtliche Tribut an sein Vorbild Bruce Springsteen fällt verhaltener aus, als befürchtet.

Eine schwere Geburt war es, das fünfte Album von Herrn Gough aus Manchester. Haufenweise fertige Songs verworfen. Den Produzenten gewechselt. Mit Selbstzweifeln, Schreibblockade und allem drum und dran. Einfach geht anders. Aber es hat ja doch noch geklappt. Am Ende war es Produzent Nick Franglen (John Cale, Hole, Lemon Jelly, Sophie Ellis-Bextor), der Badly Drawn Boy den entscheidenden Kick gab. Danach traute er sich, einen Song wie „A journey from A to B” nach dem Bruce Springsteen der 70er Jahre klingen zu lassen und textliche Bezüge zu seinem Idol einzubauen. Doch keine Angst, breitbeiniger Hauruckrock á la „Born In The U.S.A.“ findet nicht statt.

Badly Drawn Boy bleibt der melancholische Geschichtenerzähler und Grübler wie wir ihn kennen. Ein Singer/Songwriter, der es behutsam angehen lässt und die Schönheit seiner Songs nur langsam rausrückt. Und trotzdem gerät der Auftakt mit dem Titelsong ungewöhnlich rockig, mit treibenden Pianoläufen und offenen Akkorden. Das erinnert an den ersten Output der Manic Street Preachers, ist aber nicht exemplarisch für das neue BDB-Album. Dieses ist nämlich mit einigen Überraschungen garniert. Zum Beispiel mit dem fröhlichen Hippie-Popsong „Welcome to the overground“. Doch die Kernstücke sind traurige Lieder wie „Nothing’s gonna change your mind“, „The way things used to be“, „Without a kiss“ und „Promises“, die mit viel Piano und ordentlich Mollakkorden eine gewisse Düsternis verbreiten, die aber nie so heftig ausfällt, dass der Glaube an den nächsten Sonnenaufgang schwindet. Badly Drawn Boy lässt immer einen Funken Hoffnung aus seinen Songs herausscheinen, mit dem auch ein herbstliches Album wie dieses zu einer angenehm schönen Popperle wird.

Anspieltipps:

  • One last dance
  • Without a kiss
  • A journey from A to B
  • Walk you home tonight
  • Nothing’s gonna change your mind
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