Diverse - Rogue´s Gallery: Pirate Ballads, Sea Songs And Chanteys - Cover
Große Ansicht

Diverse Rogue´s Gallery: Pirate Ballads, Sea Songs And Chanteys


  • Label: Anti Records/SPV
  • Laufzeit: 120 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Im Zuge der Dreharbeiten zu zweiten Teil von „Fluch der Karibik“ haben sich Hauptdarsteller Johnny Depp, Regisseur Gore Verbinski, Label-Besitzer Brett Gurewitz (der zudem Gitarrist bei der Punkrock-Legende Bad Religion ist) und Produzent Hal Willner (Elvis Costello, Lou Reed, Marianne Faithfull, Hole) eine ganz besondere Sache ausgedacht, die den erfolgreichen Piraten-Film musikalisch begleiten soll: Eine Sammlung von Seemannsliedern – laut Herrn Gurewitz ein früher Vorläufer der Punkmusik – die von den unterschiedlichsten Musikern komplett neu (!) eingespielt werden sollten.

Hal Willner sammelte mehr als 400 Songs, von denen am Ende 75 für die Aufnahmen in Frage kamen. Danach wurden Studios in Seattle, New York, London, Dublin, Los Angeles und Paris gebucht und Künstler kontaktiert, die für das Projekt, von dem es zum dritten Teil von „Fluch der Karibik“ (Deutschlandstart ist voraussichtlich im Mai 2007) höchstwahrscheinlich eine Fortsetzung geben wird, prädestiniert waren. Auf „Rogue’s Gallery: Pirate Ballads, Sea Songs & Chanteys“ sind allein 36 verschiede Künstler zu hören, nämlich u.a. Bono (U2), Sting, Nick Cave, Bryan Ferry, Lou Reed, Lucinda Williams, Loudon Wainwright III, Richard Thompson (Fairport Convention), Gavin Friday, Van Dyke Parks, Andrea Corr (The Corrs), Bill Frisell, Joan As A Policewoman, Rufus Wainwright, Ed Harcourt, Jolie Holland, Joseph Arthur, Stan Ridgway und Jarvis Cocker (Pulp).

Da es sich um traditionelles Liedgut handelt, geht es auf den 43 Songs des Doppelalbums bis auf wenige Ausnahmen relativ originalgetreu zu. Im Mittelpunkt steht aber nicht die vielbeschworene Seefahrerromantik, sondern das schwere Leben an Bord eines Schiffes, das für Monate kein Land sieht. Deshalb sind Stücke wie „Blood red roses“ (Sting), „Haul on the bowline“ (Bob Neuwirth) und „Bonnie Portmore“ (Lucinda Williams) auch keine fröhlichen Singalongs wie etwa „What do we do with a drunken sailor“ (das hier in einer total schrägen Version von David Thomas vorliegt) oder „Rolling sea“ (Eliza Carthy), sondern Arbeitslieder, die die Mannschaft gemeinsam, zum Beispiel beim Rudern und während des Deckschrubbens, gesungen hat, tränenrührige Balladen wie „Lowlands away“ (Rufus Wainwright & Kate McGarrigle), einfache Sauflieder wie „Baltimore whores“ (Gavin Friday) und schaurig-schöne Gospels wie „A dying sailor to his shipmates” (Bono).

Fazit: Authentischer und atmosphärischer geht’s nimmer. „Rogue’s Gallery“ ist die definitive Ergänzung zu den Abenteuern von Captain Jack Sparrow und der einzig wahre Soundtrack!

Anspieltipps:

  • Nick Cave – Fire down below
  • Jack Shit – Boney was a warrior
  • John C. Reilly – Fathom the bowl
  • Gavin Friday – Baltimore whores
  • Lucinda Williams – Bonnie Portmore
  • Bono – A dying sailor to his shipmates
  • Joseph Arthur – Coast of high barbery
  • Martin Carthy & Family – Hog-eye man
  • Richard Greene & Jack Shit – Shenandoah
Neue Kritiken im Genre „Folk“
Diskutiere über „Diverse“
comments powered by Disqus