Madeleine Peyroux - Half The Perfect World - Cover
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Madeleine Peyroux Half The Perfect World


  • Label: Emarcy/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 49 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Der September 2006 ist der Monat der Jazz-Ladies. Schön verteilt bringen die Kanadierin Diana Krall („From This Moment On“) am 8. September, die Norwegerin Rebekka Bakken („I Keep My Cool“) am 1. September und die Amerikanerin Madeleine Peyroux („Half The Perfect World“) ebenfalls am 1. September ihre neuen Alben heraus. Doch nicht erst durch diese gebündelte Veröffentlichungstaktik von Universal Music wird deutlich, dass sich die Grenzen in der Jazzmusik verschieben und die vermeintliche Männerdomäne immer mehr aufgebrochen wird. Und so titelt das Jazz Echo in seiner neuesten Ausgabe: „Seele, Sinnlichkeit und Stimmkraft sind die drei S der modernen Frau“. Dem kann natürlich nicht widersprochen werden.

Madeleine Peyrouxs Nachfolgealbum des immens erfolgreichen „Careless Love“ aus dem Jahr 2004, das sich mehr als eine Million Mal verkaufte, greift neben partnerschaftlichen Eigenkompositionen im Verbund mit Walter Becker (Steely Dan), Larry Klein und Jesse Harris wie „All I need is a little bit“, „Once in a while“, „I’m all right“ und „California rain“, größtenteils auf Material zeitgenössischer Künstler wie Leonard Cohen („Half the perfect world“), Tom Waits („Looking for the heart of saturday night“) und Joni Mitchell („River“), sowie auf Songs der verstorbenen Fred Neil („Everybody’s talking“), Charlie Chaplin („Smile”) und Serge Gainsbourg („La Javanaise“) zurück.

Produziert wurde das Album wiederum von Larry Klein (Joni Mitchell, Julia Fordham, Dinosaur Jr.), der u.a. schon auf Alben von Bob Dylan, Bryan Adams, Michel Penn, Roy Orbison, Cher, Tracy Chapman und Randy Newman Bass spielte. Madeleines Begleitband besteht aus Dean Parks (Gitarre), David Piltch (Bass) und Jay Bellerose (Schlagzeug). Dazu gesellen sich Keyboarder Sam Yahel, Drummer Scott Amendola und so exzellente Gastmusiker wie Gary Foster (Saxophon), Greg Leisz (Pedal Steel Gitarre), Till Brönner (Trompete), Larry Goldings (Celesta), sowie als Duettpartnerin für den Song „River“ die Alternative Country Musikerin K.D. Lang.

Im Gegensatz zu „Careless Love“ fällt die Stimmungslage deutlich freundlicher und optimistischer aus. Offenbar hat Frau Peyroux zur Abwechslung mal gute Laune gehabt. Deshalb gehen auch die Musiker sehr relaxt an die Songs heran, lassen hier und da eine Wurlitzer oder Hammon Orgel zu einem pumpenden Bass perlen, die Gitarre und die Blasinstrumente teilrn sich den Background mit einem behutsam eingesetzten Schlagzeug und Madeleine ist stimmlich die Anmut in Person. Das ganze kommt mal als Blues verpackt daher, swingt angenehm oder artet in einen Walzer aus. Hauptsache nicht hetzen und immer schön lazy bleiben. Wem das gefällt, der bekommt mit „Half The Perfect World“ ein sehr schönes Album, wenn auch keinen Geniestreich serviert.

Anspieltipps:

  • River
  • Once in a while
  • All I need is little bit
  • (Looking for) The heart of saturday night
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