Bad Astronaut - Twelve Small Steps, One Giant Disappointment - Cover
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Bad Astronaut Twelve Small Steps, One Giant Disappointment


  • Label: Fat Wreck/SPV
  • Laufzeit: 50 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Welch ein Drama! Am 30. März 2005 nahm sich der Bad-Astronaut- und Ex-Lagwagon-Drummer Derrick Plourde im Alter von 34 Jahren das Leben und versetzte Punkrockfans auf der ganzen Welt in Schockzustand. Seine früheren Bandkumpel von Lagwagon verarbeiteten ihren Schmerz daraufhin mit dem Album „Resolve“ (10/2005). Mit „Twelve Small Steps, One Giant Disappointment“ nehmen nun auch Bad Astronaut Abschied von ihrem Freund und Drummer. Entsprechend verhalten und ruhig fällt der zweite Longplayer der Mannen um Bandgründer Joey Cape aus. Trauerverarbeitung hat eben nichts mit Power-Pop und hymnischen Punkrock zu tun.

Das kalifornische Musikerkollektiv (Sänger Joey Cape, Percussionist Angus Cooke, Bassist Marko DeSantis, Gitarrist Thom Flowers sowie Jonathan Cox und Todd Capps, die für Loops, Samples und Keyboards zuständig sind) hat die Arbeit am zusammen mit Derrick Plourde begonnenen Album fortgesetzt und als finales Vermächtnis eingespielt. Es muss ein komisches Gefühl gewesen sein, die Songs von Derrick Plourde ohne ihn fertig zu stellen. Unweigerlich denkt man an die Band Queen, die nach dem Tode Freddie Mercurys (1991) ähnliches für „Made In Heaven“ (1995) auf die Beine stellte. Aus vielen Songs sprach die Trauer über den Verlust eines Freundes. Und auch Bad Astronaut kommen nicht umher, mit ihren Gefühlen ins Haus zu fallen.

„Twelve Small Steps, One Giant Disappointment“ fängt zwar verdächtig fröhlich mit luftigen Power-Pop-Klängen an („Good morning night”, „Ghostwrite”), verzieht sich dann aber recht schnell in ein melancholisches Schneckenhaus, aus dem nur ab und zu ein paar schärfere Riff- und Brüllattacken („Best western“), aber dafür viele mutmachende Melodie-Kleinode hervorschauen („Stillwater, California“, „Minus“, „San Francisco serenade“ ). Das macht das letzte Album von Bad Astronaut zu einer sehr intensiven Erfahrung, denn es hinterlässt seine Hörer mit einem dicken Kloß im Hals.

Anspieltipps:

  • Minus
  • Best western
  • The “f” word
  • San Francisco serenade
  • One giant disappointment
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