The Matches - Decomposer - Cover
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The Matches Decomposer


  • Label: Epitaph/SPV
  • Laufzeit: 45 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Uff, gleich neun Produzenten haben die 13 Songs vom Zweitwerk „Decomposer“ der Indie-Pop-Punkband The Matches aus dem kalifornischen Oakland betreut. Gibt’s ja gar nicht. So einen Wahnsinn leisten sich doch sonst nur gelangweilte Superstars, die ihre von 20 Songwritern zusammengebastelten Songs von noch mal so vielen Produzenten auf Hochglanz polieren lassen und dabei die eventuell mal vorhandene Seele der Songs irgendwo zwischen Pro Tools und Hard-Disc-Recording verlieren.

Bei den Matches geschieht dieser Schritt ganz gezielt, um das zweite Album so vielfältig wie möglich zu gestalten und einen ganz bewussten Stil-Mischmasch herbeizuführen. Dafür sorgen so bekannte Leute wie Ex-Blink-182-Bassist Mark Hoppus (Motion City Soundtrack), Rancids Tim Armstrong (Transplants), Goldfingers John Feldmann (The Used), 311s Nick Hexum und Bad Religions Brett Gurewitz, der zugleich Label-Boss der Matches ist, da der Nachfolger von „E. Von Dahl Killed The Locals” (2004) ebenfalls auf Epitaph erscheint. Dass das Album am Ende ziemlich zerfahren, aber nicht unbedingt schlecht klingt, stellt ausnahmsweise keinen Widerspruch dar.

Purer Spaß-Punk kommt auf „Decomposer“ im Prinzip nur noch ein einziges Mal vor, wenn Shawn Harris (Gesang, Gitarre), Justin SanSouci (Bass), Jon Devoto (Gitarre) und Matt Whalen (Drums) in „Didi (my doe, part 2)” auf albern machen und dabei gesanglich an The Darkness (!) erinnern. Ab und zu streifen die Jungs zwar noch mal das Pop-Punk-Genre („Shoot me in the smile“, „Clumsy heart“, „Drive”), lassen aber (nicht ernstgemeinte?) Emo-, New Wave- und tanzflächentaugliche, bollernde Elektro-Einflüsse zu. Das alles ist schon ziemlich cool. Genau wie der akustische Opener mit Orchesterbegleitung („Salty eyes“) oder der episch angelegte Schlusssong „The barber’s unhappiness“. Auch hier gibt es zarte Electrosounds als Basis, auf die The Matches ein paar zackige Gitarrenriffs und theatralischen Gesang setzen.

Als puristischer Punkrockfan wird man sich von den Matches vermutlich ab und zu etwas veräppelt vorkommen, aber dieses wilde „wir spielen jetzt einfach mal drauflos“ hat schon mächtig Charme. Damit verdienen sich die Kalifornier den Titel „Queen des Punkrock“. In Gedenken an Freddie Mercurys 60. Geburtstag stimmen wir deshalb ein fröhliches „I see a little silhouetto of a man, scaramouche, scaramouche will you do the fandango. Thunderbolt and lightning very very frightening me. Galileo, Galileo, Galileo, Figaro. Magnifico. But I’m just a poor boy and nobody loves me. He’s just a poor boy from a poor family, spare him his life from this monstrosity. Easy come easy go, will you let me go. Bismillah! No, we will not let you go. (…) No, no, no, no, no, no, no. Mama mia, mama mia, mama mia let me go. Beelzebub has a devil put aside for me, for meeeee, for meeeeeeeeee!” an.

Anspieltipps:

  • What Katie said
  • Didi (my doe, part 2)
  • Lazier than furniture
  • Shoot me in the smile
  • The barber’s unhappiness
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