Sport - Aufstieg Und Fall Der Gruppe Sport - Cover
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Sport Aufstieg Und Fall Der Gruppe Sport


  • Label: Strange Ways/INDIGO
  • Laufzeit: 46 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Obwohl es das Hamburger Trio Sport schon seit 1996 gibt, sind Felix Müller (Gitarrist bei Kante), Christian Smukal (u. a. Künnecke & Smukal) sowie Martin Boeters mit dem neuen Werk „Aufstieg Und Fall Der Gruppe Sport“ erst bei Album Nr. 2 angelangt. Eine in Eigenregie veröffentlichte Doppelsingle aus dem Jahr 1997 und das Albumdebüt „These Rooms Are Made For Waiting“ (2001) konnten ihnen jedoch schon einen relativ hohen Stellenwert im Independent-Kosmos erspielen, den sie durch authentischen, erdigen Indie-Rock im Stile der späten Achtziger/frühen Neunziger auch verdient haben.

Von Anbiederung halten die drei Hamburger nichts, so kann man es ebenfalls auf dem neuen Studioalbum nachhören, der trotz des Titels keine Zusammenstellung älterer Songs ist. Diese wären ja aufgrund des spärlichen Outputs sowieso nicht in ausreichender Menge vorhanden gewesen. So werden sich diejenigen, die damals Sport verehrt haben, euphorisch über diesen Longplayer freuen und neue Fans finden lassen. Denn hier wird der Rock, in dem es um kernige Musik geht und nicht um Styles und die Menge der Buttons an der Jeansjacke, noch großgeschrieben. Auch das sich Chris von Rautenkranz für das Mastering verantwortlich zeichnet, sollte Samt für die von deutschsprachigem Einheits-Poprock geschundenen Ohren sein.

„Newton“ ist ein Opener, wie er im Buche steht. An dieser energetischen Stimmung und Gitarrenriffs, welche durch den von wuchtigen Drums geschaffenen Raum toben, ist rein gar nichts auszusetzen. Nach den beschwörerischen, von Felix Müllers Stimme und einem hypnotischen Gitarren-Arrangement geprägten ersten Tönen, erhebt sich das Monster namens Rock mit lawinenartigem Nachhall und musikalischer Präzision. Weit auslaufende Gitarrensounds und eine grüblerische Atmosphäre zeigen bei „Lass Die Sirenen Singen“ die andere, ruhigere Seite von Sport. Eine Seite, die viele Feinheiten bietet und beweist, dass man auch mit einer Trio-Besetzung und den üblichen Verdächtigen aus Gitarre, Bass, Schlagzeug sowie Gesang für vielseitig instrumentierte Schönheiten sorgen kann, die man auch dank der wunderbar einprägsamen Stimme von Felix Müller nicht so schnell vergisst.

Sehr zurückgezogen und auch relativ belanglos öffnet „Der Weg Hinab“ seine Pforten und erst nach einigen Minuten, wenn die feedback-lastigen Gitarrenwände Einzug halten und sich die Ruhe in einen kraftvollen Abgesang an diese Welt verwandelt, versteht man die ersten Minuten des Songs anders und ist sich sicher, keine Belanglosigkeiten bei Sport zu finden. Hier hat alles seinen wohlgeformten, musikalisch eindrucksvollen Platz und statt dem Schema F zu folgen, werden Drehungen und Wendungen als Chance genutzt, so dass niemals Langeweile aufkommt und der Hörer mit Spannung die 10 Songs in sich aufsaugt. Wenn man so bodenständig musiziert wie Sport, muss es auch nicht DER große Wurf sein, sondern einfach eine Platte, die man immer wieder gern auflegt und auf der Rock´n Roll nicht das breitbeinige Wesen ist, für das ihn mancher so hasst. „Es sind nicht die Millionen, es geht hier um Obsession.“ (aus „Newton“)

Anspieltipps:

  • Newton
  • Ein Ende
  • Lass Die Sirenen Singen
  • Schönen Gruß, Die Satelliten
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6.5/10

Niente
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