Sophia - Technology Won´t Save Us - Cover
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Sophia Technology Won´t Save Us


  • Label: City Slang/Rough Trade
  • Laufzeit: 40 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Es scheint fast, als hätten Sophia Lebensmut hinzugewonnen, die ständige Thematisierung des Todes ist der Gewissheit gewichen, dass wir alle einmal sterben müssen.

Ein Vater mit seinem neunjährigen Sohn unterwegs an der nebelverhangenen, englischen Küste Cumbria. Die schnell ansteigende Flut bereitet ihm Sorgen, von alleine scheinen sie nicht wieder aus dieser dunstigen Hexenküche, gespickt mit langgezogenen Sandbänken und schlammigem Watt, hinaus zu finden. Ein Rettungsteam wird per Handy alarmiert und obwohl die Mannschaft stets durch das Mobiltelefon des Vaters mit den Orientierungslosen verbunden ist, die schlechte Sichtbarkeit verhindert jegliche Maßnahme zur Auffindung der Beiden. Noch bevor Vater und Sohn von der auf sie zukommenden Flut erwischt werden und nicht unweit vom Rettungsteam ertrinken, hat der Junge bereits jegliche Hoffnung verloren und ergibt sich seinem Schicksal: „Technology won´t save us“

Wem es alleine schon bei dieser Vorgeschichte zum Opener des neuen Werkes von Robin Proper-Sheppard fröstelt, sollte sich erst gar nicht die musikalische Vertonung dessen antun. Das Solo-Projekt des einstigen Gründers der Truppe The God Machine, Sophia, hat mit ihrem vierten Werk nichts von der Dramatik und Wehmut eines „People are like seasons“ (2004) verloren, gebärdet sich aber dennoch wesentlich optimistischer in der musikalischen Ausrichtung als die Vorgänger. Beteiligt am neuesten Oeuvre war dieses Mal, neben einem kleinen Orchester, sogar der Schlagzeuger Jeff Townsin, für den Rest, also Gesang, Gitarre, Bass und Keyboard, war Proper-Sheppard jedoch allein verantwortlich.

Geschadet hat es keinesfalls, wenngleich Stücke wie „Pace“, „Birds“ oder „Lost“ für Sophia-Verhältnisse dermaßen normal und unpathetisch, ja geradezu emphatisch erklingen, abgesehen vom Inhalt der Texte natürlich. Oder „Twilight at the Hotel Moscow“, in dem Robin einen wunderschönen Sonnenuntergang, den er aus seinem Hotelzimmer in Belgrad verfolgt hat, mit zarten Farbklecksen und fein ziselierter Stimmung nachbaut. Es scheint fast, als hätten Sophia Lebensmut hinzugewonnen, die ständige Thematisierung des Todes ist der Gewissheit gewichen, dass wir alle einmal sterben müssen. Wären da nicht Songs wie das verärgerte „Big city rot“ oder die nachdenkliche Atmosphäre in „Where are you now“, „Technology won´t save us“ würde wohl keine große Aufmerksamkeit erregen.

Anspieltipps:

  • Where Are You Now
  • Technology Won´t Save Us
  • Twilight At The Hotel Moscow
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