She-Male Trouble - Off The Hook - Cover
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She-Male Trouble Off The Hook


  • Label: XNO Records/ALIVE
  • Laufzeit: 36 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Eigentlich haben She-Male Trouble erst vor drei Jahren ihr Debütalbum „Back From The Nitty Gritty“ veröffentlicht und trotzdem sind sie alte Hasen. Alles begann schon 1992 als reine Frauenband namens Female Trouble. Sängerin Carola ist die einzige Überlebende dieser Formation und nach diversen Zu- und Abgängen kam es erst im Jahre 2003 zum ersten Longplayer. Die Umbenennung in She-Male Trouble war notwendig, da außer der Sängerin die Band nur aus Männern besteht.

Die Berliner spielen unter der Regie der Sängerin Punk'n'Roll mit Melodie, aber durchaus auch mit gepflegter Härte. Das endlose Touren hat sich in Qualität ausgezahlt. She-Male Trouble zelebrieren ihr Rockhandwerk in bodenständiger Weise, da wünscht man sich den kommerziellen Durchbruch. Carola hat das Songwritingzepter in der Hand und sorgt für melodiösen Punkrock, der mehr Rock als Punk ist. Richtig altmodische Riff- und Drumgewitter, denen aber die Eingängigkeit nicht fehlt. Es klingt durchaus nicht nach Mainstream, denn ab und zu strapaziert sie schon ihre Stimmbänder gewaltig, um die Instrumente zu übertönen. Das schafft sie auch immer und in den zeitweise eingestreuten ruhigeren Passagen, die Abwechselung bringen, kann sie auch anders. Sie ist zwar keineswegs ein Stimmwunder, doch ihre Energie und Power ist beeindruckend, so ein bisschen ein Suzie-Quattro-Verschnitt.

Die Texte sind recht einfach gestrickt, aber das ist beim Rock'n'Roll auch nicht immer so wichtig. Die Hauptsache ist doch, es geht ins Ohr. Durch die kunstvolle Mischung von laut- und leise-Elementen können die Berliner punkten und wenn sie rocken, dann richtig. Bestes Beispiel für gutes Komposition ist der Schlusssong „Invisible friend“, der schon fast radiotauglich daherkommt. Eine ausgewogene Mixtur aus Gitarrenangriff, nettem Backgroundchor und fast popmusikalischer Struktur, dass eine perfekte Singleauskoppelung sein könnte. Es ist erfreulich, dass die dreizehn Tracks keine Langeweile aufkommen lassen. Kaum eine Atempause wird erlaubt, dafür sorgen die Mannen um Carola schon. Die Live-Qualitäten kann man schon erahnen, Headbang-Garantie ist hier wohl fest eingebaut. Nach mehreren Hördurchgängen wird deutlich, dass einige Songs durchaus Radioqualitäten haben und trotzdem ihre Ecken und Kanten nicht verlieren.

Das zweite Werk von She-Male Trouble nötigt Respekt ab, die Qualität verblüfft, im Grunde gibt es nichts zu kritisieren, welcher Band kann das schon behaupten? 36 Minuten Laufzeit sind knapp, aber dem Genre angemessen. Das Ungeschliffene in manchen Songs hat einen derartigen Charme, hoffentlich reicht das zum Erfolg auch außerhalb Berlins und in den Charts.

Anspieltipps:

  • Down the Train
  • Never Forget
  • Don't you
  • One by one
  • Invisible Friend
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