Yvonne Catterfeld - Aura - Cover
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Yvonne Catterfeld Aura


  • Label: Epic/SonyBMG
  • Laufzeit: 57 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Trotz der enormen Schar externer Texter, Songschreiber und Produzenten hat „Aura“ einen Roten Faden.

Große Verwandlung im Hause Catterfeld. Im neuen Videoclip zur Single „Erinner mich, dich zu vergessen“ läuft die 26-Jährige in Unterwäsche durchs Bild und die sexy Fotos für das Booklet ihres neuen Albums „Aura“ sind auch nicht von schlechten Eltern. Komisch, früher sah man die Sängerin und Schauspielerin immer von oben bis unten zugeknöpft über die Bühne staksen. Den Grund für die augenschmeichlerische Metamorphose werden wir sicher bald erfahren. Denn ist es Promotion angesagt. Studioalbum Nummer vier will beworben und zahlreich unters Volk gebracht werden, nachdem Yvonne mit der verstaubten Kitsch-Telenovela „Sophie – Braut wider Willen“ nach nicht mal einem halben Jahr wieder vom Bildschirm verschwand.

Ein halbes Jahr haben sich Yvonne und ihr Plattenlabel zeitgelassen, um für „Aura“ Komponisten, Texter und Produzenten zusammenzusuchen. Außerdem versuchte sich der ehemalige Soap-Star höchstselbst als Songschreiberin. Am Ende steht ein üppiges Staraufgebot für das Album grade, das sich gewaschen hat: Christian Neander (Echt, Niels Frevert, Heinz Rudolf Kunze), Lukas Hilbert (Nena, Oli P., Nu Pagadi), Alex Christensen (Tom Jones, Right Said Fred, Rollergirl), Mousse T (No Angels, Tom Jones, Roachford), OJA Tunes (Vanessa Petruo, Seeed, Chima), Laith Al-Deen (Yvonne Betz, Patrick Nuo, Zeichen der Zeit), Götz von Sydow (Nubya, Laith Al-Deen, Peter Maffay), Max Herre (Joy Denalane, Freundeskreis) und der große Walter Afanasieff (Mariah Carey, Celine Dion, Destiny’s Child). Dieser schrieb für Yvonne die Musik zu „Neben dir“, eine typische Bombastballade aus der Feder des Hitschmieds, die gefährlich nahe an den Harmonien von „Ave Maria“ vorbeihangelt.

Trotz der enormen Schar externer Texter, Songschreiber und Produzenten hat „Aura“ einen Roten Faden. Dieser liegt grob gesagt im Bereich R&B und Soul, beziehungsweise dem, was Yvonne Catterfeld dafür hält. Bis auf die erste Single ist keine Spur mehr von den poppigen Melodien der ersten Alben zu finden. Muss ja auch nicht sein, wenn die neue Ausrichtung stimmig ist. Doch hier liegt der Hase im Pfeffer. Die versammelte Studiomannschaft hat nämlich einen R&B-Schokopudding angerührt, der klebrig, zäh und widerlich dickflüssig aus den Lautsprechern suppt. Frau Catterfeld hüpft mit ihrer ausgebildeten Gesangsstimme gekonnt auf der Tonleiter herum, lässt aber schmerzhaft vermissen, was für Soul- und R&B-Musik notwendig ist: Seele, Feuer, Inspiration. Das spürt man besonders deutlich, wenn sich Yvonne an die klinisch reine deutsche Version von „Ain’t no sunshine“ macht („Mein Tag, mein Licht“) und wir darauf warten, „bis die Sonne wieder lacht“. Aber da können wir lange warten...

Auf „Aura“ klingt so ziemlich alles kalt, bleiern, überfrachtet und peinlich bemüht. Es gibt nichts, was den Hörer auf Anhieb packt oder er sich mit zahlreichen Hördurchgängen schön hören kann. Übrigens ein gern gewähltes Argument, wenn eine Rezension nicht im Sinne der Fans des Künstlers ausgefallen ist. Doch ernsthaft: Wie viele Hördurchläufe gönnt Otto Normalverbraucher in unserer schnelllebigen Zeit einer CD, bis sie ihm vielleicht gefällt? Fünf? Sieben? Elf? Ich sag’s Euch: Wenn das Ding nicht spätestens nach dem dritten Durchgang gezündet hat, fliegt es für immer in die hinterste Regalecke.

Anspieltipps:

  • Neben dir
  • Ich will nur dich
  • Alles was du dir erträumst
  • Erinner mich, dich zu vergessen
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