Kasabian - Empire - Cover
Große Ansicht

Kasabian Empire


  • Label: RCA/SonyBMG
  • Laufzeit: 39 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Musikalische Talent und der Mut zur Innovation sind unverkennbar.

Tom Meighan (Gesang), Sergio Pizzorno (Keyboards, Gitarre, Gesang), Chris Edwards (Bass), Ian Matthews (Drums, Percussion) und Jay Mehler (Gitarre) haben mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum, dass 2004 den Platz 4 der britischen Charts unter anderem vor Razorlight und Franz Ferdinand belegte, einen guten Start hingelegt. Chris Karloff (Gitarre) stieg während der Aufnahmen für den zweiten Longplayer wegen musikalischer Differenzen aus. Als Produzent für „Empire“ fungierte Jim Abyss, der schon die Artic Monkeys und Placebo betreute.

Aus dem englischen Leicester stammend, zelebrieren Kasabian Rockmusik mit elektronischen Elementen. Es werden auch Rückgriffe auf den Glam-Rock der 70er Jahre genommen und der etwas ungewöhnliche Sound könnte auch zeitweise von Supergrass oder Kula Shaker sein. Sie haben die vom Garagenrock dominierte Szene in Großbritannien mit ihrer Musik aufgewirbelt. Auch andere Bands mischen Elektro mit Rock, es ist aber schon sehr hörenswert wie Kasabian das schaffen. Mit Oasis und neuerdings mit den Rolling Stones durften sie schon auf Tour, eine verdiente Belohnung für ihre seit 1997 andauernde Karriere.

Der Opener „Empire“ ist gleichzeitig die erste Singleauskoppelung und beginnt furios: Mit treibenden Drums, zeitweise mehrstimmigem Gesang und einem Refrain, den man einfach nicht aus dem Ohr bekommt. Mit elektronischen, trompetenähnlichen Einsprengseln garniert, stellt dieser Song schon eine erstaunlich hohe Qualitätsstufe dar, denn mittendrin wird mit einem Klangexperiment, das einen ziemlich orientalischen Touch hat, das Kunstwerk dieses Tracks vollendet. „Shoot the runner“ führt geradewegs in die T-Rex-Ecke und rockt gutgelaunt das Haus. Marc Bolan würde sich über diesen Flashback freuen. Der dritte Song „Last trip“ hat einen stark hypnotische Wirkung und mit seinen verzerrten Stimmen und Choreinlagen geht er stark in die Psychedelic-Richtung und wirkt eher verstörend interessant.

„Sun/Rise/Light/Flies“ gehört zu dem Mittelteil dieses Longplayers, der viel Elektronik und einen nicht zu überhörenden Psychedelic-Einschlag weg von der Chartseingängigkeit beinhaltet. Erst mit „British legion“ kommt wieder eine echte Songwritingperle zum Vorschein, die sich nicht mit all zuviel Klangexperimenten abgibt: Nach unerwartet akustischem Beginn steigert sich der Song und verwandelt sich mit dem Einsetzen der restlichen Instrumente in eine schöne Rockballade, die dann gemächlich und leise austrudelt. Den Schlusspunkt setzt „The doberman“. Der Track hat wieder einen schönen Hintergrundchor, der eine unheimliche aber gute Atmosphäre schafft und mit dem Steigern des Tempos, rockt diese hymnenartige Werk wieder sehr hörenswert. Sogar eine waschechte Trompete lassen die Fünf in diesem letzten Song noch erklingen.

Wenn diese fünf Männer von der Insel nicht diese sechs Elektromonster mit Drogenverdacht auf ihrer so genial beginnenden CD versteckt hätten, wäre eine höhere Bewertung garantiert. So gibt es satte Abzüge, obwohl das musikalische Talent und der Mut zur Innovation unverkennbar ist.

Anspieltipps:

  • Empire
  • Shoot the runner
  • Last Trip
  • British Legion
  • The Doberman
Neue Kritiken im Genre „Rock“
9/10

News Of The World (40th Anniversary Edition)
  • 2017    
8/10

Automatic For The People (25th Anniversary Edition)
  • 2017    
Diskutiere über „Kasabian“
comments powered by Disqus