Scissor Sisters - Ta Dah! - Cover
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Scissor Sisters Ta Dah!


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 47 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Den Scissor Sisters wird seit ihrem gleichnamigen Debütalbum nachgesagt, sie hätten die BeeGees, Franky Goes To Hollywood, George Michael und eine Menge Musicals verinnerlicht. Der immense kommerzielle Erfolg und sogar das Lob der Kritiker wurde ihnen zuteil und haben die Erwartungen für das Zweitwerk schon spürbar geschürt.

Sie schaffen es scheinbar mühelos, Gute-Laune-Musik in Serie zu produzieren ohne dabei die obengenannten Bands und Sänger einfach zu imitieren. Der Hörer wird zudem ständig überrascht und das könnte die Erklärung des Phänomens Scissor Sisters sein. Als Gastmusiker konnten sie immerhin Elton John gewinnen, der bei zwei Songs das Piano bedient. Alle zwölf Songs sind von Jason Sellards, Scott Hoffman, Ana Lynch, Derek Gruen und Patrick Seacor, um mal die bürgerlichen Namen zu nennen, selbst komponiert und mit teilweise etwas freizügigen Texten versehen worden.

Der Opener „Don't feel like dancing“ ist ein richtiger Ohrwurm: nach unspektakulären Beginn ziehen Eltons Piano und ein tanzbodenfüllender Rhythmus den Zuhörer in ihren Bann. Die Bee Gees wären stolz auf so einen Track. Der folgende Song möchte auch den flotten Dance-Kracher mimen, wirkt aber etwas bemüht und kann das ansonsten hohe Niveau der CD nicht erreichen. Bei „I can't decide“ wird der Überschwang in Noten verpackt und als Melodieführer taucht ein Banjo auf. „Land of thousand words“ bringt wieder das überraschende Moment ins Spiel, denn eine waschechte Ballade mit Piano und mehrstimmigem Gesang beweist, dass die netten Schwestern aus Amerika mehr können als nur charttauglichen Dance-Pop.

„Intermission“ lebt auch von den hohen Stimmen der Band und wirkt wie aus einer anderen Zeit bzw. wie Musik für einen sehr alten Film, da ist der Spaßfaktor wieder sehr hoch. Die einzige Frau in der Band, Ana Matronic, darf bei „Kiss you off“ an das Mikro, das ist leider der zweite etwas enttäuschende Werk dieses Longplayers, trotz eher ungewohntem Gitarreneinsatzes kann die Songstruktur nicht überzeugen. Die Musiker liefern bei der Mehrheit der Songs die gewohnte tanzbare Ohrwurmqualität ab, die den Hörer mitreißt.

„Other side“ und Might Tell You Tonight“ unterbrechen den Reigen, da sie eher ruhig gehalten sind und Melancholie und fast Ernsthaftigkeit versprühen. Der Schlusstrack lässt keinen Zweifel aufkommen, dass die Scissor Sisters auch bei ihrer zweiten CD genug gute Ideen hatten und trotzdem weiterhin Eingängiges produzieren können, dass dem Zuhörer sofort ins Ohr geht. Das einzig Negative an diesem Album könnte die Haltbarkeit oder auch der Erinnerungswert der Kompositionen sein, nur dass hat man schon ganz anderen Bands vorgeworfen. Das Qualitätsniveau liegt dennoch einiges über dem Durchschnitt, da freut man sich schon auf den nächsten Streich.

Anspieltipps:

  • Other Side
  • I Can't Decide
  • I Don't Feel Like Dancin'
  • Land Of A Thousand Words
  • Everybody Wants The Same Thing
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