Tom Novy - Superstar - Cover
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Tom Novy Superstar


  • Label: Kosmo/SonyBMG
  • Laufzeit: 69 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

1997 startet Tom Novy mit der Hilfe des Produzenten Eniac in Form der 12-Inch „Superstar“ richtig durch. Die Clubgänger sind alarmiert und hieven die später folgende MCD in den deutschen Verkaufscharts weit nach oben. Auch das Techno/Trance-Happening MayDay wird auf den Mann aus München aufmerksam und so entzückt er 1998 mit seinem housigen Dance-Pop zum ersten, aber nicht letzten Mal die tanzwütigen Massen. Egal, ob MayDay, Nature One oder Love-Parade: Tom Novy fühlt sich auf den Parties der Republik ebenso wie auf den Events außerhalb seiner Heimat pudelwohl. In seiner Funktion als DJ und Produzent ist sein Bekanntheitsgrad in den letzten Jahren mehr oder minder stark geschrumpft, was Tom Novy aber auch nicht davon abhält, seine kurze Karriere Revue passieren zu lassen und mit „Superstar“ einen Querschnitt seiner Werke herauszubringen. Die Kollaborationen mit den Sängerinnen Virginia, Lima und natürlich Produzent Eniac sind darauf genauso enthalten, wie die höchst überflüssige Coverversion von „The Power“ (Snap).

„Lovin´ You“ eröffnet die Compilation in durchschnittlicher Dance-Manier. Leicht zugängliche House-Elemente, nicht störende Beats und eine 08/15-Frauenstimme machen halt noch lange keinen guten Dance-Track, obwohl das bezeichnend für den Erfolg von Tom Novy in den Media Control-Charts manchmal anders aussieht. Die Möglichkeiten der elektronischen Klangerzeugung werden beim Münchner noch nicht einmal zur Hälfte ausgereizt, was natürlich auch nicht zwingend notwendig ist – zumindest kann man jedoch halbwegs wuchtige Arrangements und prägnante Melodien erwarten. Größtenteils regiert allerdings ein Sound, der dünn aus den Boxen wabert und keinerlei zwingende Momente offeriert. „Back To The Streets“ kann wenigstens einigermaßen überzeugen und punktet mit einer spannungsreichen Struktur, die von Breakbeats getragen wird und einen wunderbaren Groove verbreitet. So ganz ohne Haken kommt aber auch der Song nicht aus, sind doch die weiblichen Vocals arg durch Vocoder entfremdet und somit viel zu steril.

„Sweety“ und sein stümperhafter Versuch, Reggae bzw. Soul in einen Dance-Kontext zu packen, geht komplett daneben, wie auch der Versuch, zehn Jahre als Artist für eine Best-Of zu kompilieren. Dafür fehlt es im Falle von Tom Novy deutlich an herausragendem Material und der Spannungskurve in seiner Laufbahn. Vieles klingt unausgegoren und gleicht einem Schnellschuss, um die Großraumdisco von nebenan ohne viel Nachhaltigkeit zu beschallen. Wenn man mal von zwischendurch aufblitzenden Ideen und eingängigen Gute-Laune-Stampfern wie „Music Is Wonderful“ absieht, ein wirklich schwaches Unterfangen, über das man nicht länger nachdenken sollte.

Anspieltipps:

  • Music Is Wonderful
  • Superstar
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