Sometree - Hands And Arrows EP - Cover
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Sometree Hands And Arrows EP


  • Label: Pias/ROUGH TRADE
  • Laufzeit: 25 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
4.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Sometree haben dieses Jahr mit „Bending The Willow“ schon ein richtig gutes, ausgereiftes Album mitreißender Komplexität vorgelegt, dem sie nun eine die große Herbsttournee einleitende EP folgen lassen. Dafür haben sie den herausragenden Albumtrack „Hands And Arrows“ in eine minimalistische Piano-Version gepackt und Remixe von den beiden Support-Acts der kommenden Tour erhalten. Damit es nicht nur bei einer Maxi-CD und schnell ermüdenden Endlos-Mixen des Titelsongs bleibt, dürfen sich die ohnehin schon durch das Album in Entzückung geratenen Fans über zwei unveröffentlichte Stücke aus der „Moleskine“-Aufnahmephase freuen und das in wenigen Stunden in Buenos Aires gedrehte Video zu „Hands And Arrows“ als CD-Rom-Part begutachten.

Das Package ist also einigermaßen üppig ausgefallen für eine Auskopplung, kann jedoch nur schleppend für Begeisterung sorgen. Natürlich ist die Album-Version des titelgebenden Songs große Klasse, doch diese kennt man vom Album schon zu genüge. Dennoch ist von der Skip-Taste abzusehen, will man doch dieses Kleinod an Zerbrechlichkeit und Intensität nicht einfach so übergehen. Sehr zerbrechlich ist dann auch die Piano-Version, welche bei den ersten Hördurchgängen noch etwas arg minimalistisch und behäbig aus den Boxen schallt, nach genauerer Betrachtung allerdings filigran die Feinheiten des Songs herausstellt und für eine interessante Facette sorgt. Die schnellere, mit trockenen Beats versehene Bearbeitung von Particles verfliegt dagegen recht schnell und kann sich aufgrund der monotonen Beats nicht durchsetzen, während es der von der Band Computer erstellte Remix etwas besser macht und dem Song mit vertrackten, elektronischen Elementen eine eigenständige Interpretation aufdrückt.

Da Sometree mit „Metaphysics“ und „Iron“ noch echte B-Seiten auf der EP platziert haben, bleibt uns eine eher mittelmäßige Angelegenheit erspart. Beide Songs leben von der so typischen, leidensfähigen Dynamik der Band und zeigen, wie stilvoll Melancholie und erlösende Wut musikalisch umgesetzt werden können. Die Stärke von Sometree ist eben die über Jahre gewachsene, spielfreudige Stimmigkeit in den komplexen Arrangements und das dichte Bandgefüge, welches durch Neubearbeitungen nicht erhalten bleibt und wie im Falle von Particles sogar nur knapp an Lieblosigkeit vorbeischrammt. Somit bleiben unterm Strich nur „Metaphysics“ sowie „Iron“ und vielleicht noch die Piano-Version als Kaufanreiz, wenn man das Album bereits besitzt. Eben dieses Album sei dann auch noch einmal ausdrücklich ans Herz gelegt, da die EP definitiv nicht die erhofft starke Zugabe ist.

Anspieltipps:

Hands And Arrows
Metaphysics
Iron

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