Guerilla Radio - Native Speaker - Cover
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Guerilla Radio Native Speaker


  • Label: Nova Tune
  • Laufzeit: 35 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Ihr seid noch immer traurig, dass Rage Against The Machine sich getrennt haben? Ihr sucht nach einem geeigneten Ersatz, ähnlichem Sound, aber neuen Liedern? Dann hab ich was für euch: Guerilla Radio. Eine Band, deren Namen jeden RATM-Fan aufhorchen lässt. Der gleichnamige Song „Guerilla Radio“ aus dem Album „The Battle Of Los Angeles“ ist der Namengeber der Band aus der Region Kaiserslautern.

Die musikalische Nähe Guerilla Radios zu ihren Idolen ist so offensichtlich, dass ihr Debüt „Native Speaker“ schnell langweilig wird. Ihre musikalische Muttersprache heißt Rage Against The Machine. Fremdsprachen, will sagen andere musikalische Einflüsse, sind rar. Wem das genügt, der hat mit dem Erwerb von „Native Speaker“ die Chance, einer jungen Band den Rücken zu stärken. Denn Guerilla Radio gibt es erst seit zwei Jahren. Umso beachtlicher ist es, dass sie bereits ihr erstes Album auf dem Markt haben. Und gerade deswegen tut es weh, meinen nicht gerade sehr guten Eindruck von ihrem Debüt zu Papier, oder zu Website, zu bringen:

„Hatred“ ist einschläfernd eintönig. Immer derselbe Beat. Der zu gepresste Gesang hat einfach nicht die emotionale Eindringlichkeit eines Zack de la Rocha. Der Opener „Spitfire“ ist RATM in Reinform. Ganz nett anzuhören. Aber zu nah am Original, als dass man sich danach länger als ein paar Sekunden daran erinnern könnte, dass man gerade Guerilla Radio zugehört hat – und nicht RATM. Bei „Right now“ wird es balladesk, was den Guerillas allerdings eher schlecht zu Gesicht steht. „Land of the tamed" beginnt mit einem kurzen Bass-Solo, das entfernt an die der Red Hot Chili Peppers erinnert. Das ist dann schon die musikalisch virtuoseste Assoziation, die „Native Speaker“ wecken kann. Mit etwas gutem Willen kann man auch Limp Bizkit, Linkin Park oder Korn raushören. Ob das ein Segen oder ein Fluch ist, sei hier mal dahin gestellt. Doch die Frage, die nicht aufhört, den Hörer zu quälen, ist: Kommt da noch etwas mehr als eine mittelmäßige Kopie einer in den Neunzigern sehr erfolgreichen Band?

Wenn man dem Crossover-Hype dieser Dekade neues Leben einhauchen möchte, braucht es mehr als liebevolle Nachahmung. Neue Impulse zum Beispiel. Neue Elemente zum durcheinander mischen. Und einen besseren Sänger. Besonders bei „Land of the tamed“ und „Right now“, wo er nicht immer die Töne trifft, sind Tobias Zachraus stimmliche Defizite nicht zu überhören. Mit „Rise of the sun“ – eine tonale Verbeugung vor Guerilla Radios großem Vorbild – verabschieden sich Guerilla Radio aus unserem Gehörgang. Ob sie ein weiteres Mal den Weg in unsere Ohren finden, hängt hauptsächlich davon ab, wie sehr man Rage Against The Machine damals gemocht hat.

Fazit: Die Monogamie in Bezug auf RATM führt bei Guerilla Radio zu Monotonie. Insgesamt eine akzeptables Album, das jedoch nur nostalgischen Wert entfalten kann. Da kann man nur eins schlussfolgern: Guerilla Radio sind leider zu spät auf Sendung gegangen...

Anspieltipps:

  • Spitfire
  • Rise of the sun
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