Solomon Burke - Nashville - Cover
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Solomon Burke Nashville


  • Label: Snapper Music/SPV
  • Laufzeit: 50 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Seit fast sechzig Jahren ist Solomon Burke in der Musikgeschichte unterwegs, wurde 2001 sogar in die Rock & Roll Hall of Fame aufgenommen und von Künstlern wie Tom Petty, den Rolling Stones, Blues Brothers sowie Bruce Springsteen gecovert. Eine lebende Legende – so könnte man Solomon Burke beschreiben, wenn er nicht einfach dieser leidenschaftliche Musiker wäre, der Musik atmet und lebt. Nach Rock und Soul zieht es Mr. Burke dem Albumtitel entsprechend nun zu seiner ersten Liebe, dem Country, hin. In nur acht Tagen wurde „Nashville“ in Buddy Millers Haus zusammen mit Gesangsbeiträgen u. a. von unsterblichen Größen wie Emmylou Harris und Dolly Parton aufgenommen. Für Solomon Burke fühlte sich die Aufnahmezeit nach eigenem Bekunden eher wie eine einzige Jam-Session an, bei der im Wohnzimmer und in der Küche musiziert wurde. Es ging nicht darum, ein Album aufzunehmen, sondern eine gute Zeit zu haben und den Glauben an die Musik zu erneuern.

Und so locker und beherzt kommt „Nashville“ auch beim Hörer an, wenn beim Opener „That´s How I Got To Memphis“ der Blues das Country-Gerüst ummantelt und in „Seems Like You´re Gonna Take Me Back“ schwungvoll gerockt wird, ohne die heimelige Folk-Atmosphäre außer Acht zu lassen. Der erste echte Höhepunkt ist dann jedoch das erste Duett des Albums: Dolly Parton gibt sich unnachahmlich als lebenserfahrende Herzschmerz-Vokalistin und liefert sich in „Tomorrow Is Forever“ mit Burke ein intensives Duell um den Thron der am meisten rührenden Darbietung.

Doch bis auf wenige Ausnahmen, die vor allem aus den überaus gelungenen Songs mit den fünf Duettpartnerinnen und dem eindringlichen Springsteen-Cover von „Ain´t Got You“ bestehen, ist das Album als Gesamtheit eine starke Momentaufnahme, die keine einzelnen Nennungen benötigt, um Gefallen zu finden. Grammy-Gewinner Solomon Burke muss es keinem mehr beweisen und schafft sich während der 50 Minuten seinen Ort des Rückzugs, in dem er mit seiner unbestrittenen Musikalität spielt, Spaß hat und mal eben 14 Songs voller Ehrlichkeit interpretiert, die natürlich viel zitieren und Bekanntes hervorholen. Das kann allerdings kein Kritikpunkt sein, denn ein Mann wie Mr. Burke ist in den sechs Jahrzehnten seiner aktiven Laufbahn selbst Mitinitiator gewesen, der mit fortgeschrittenem Alter immer noch einer der ganz Großen ist und seinen nicht enden wollenden Weg um einen markanten Stein namens „Nashville“ erweitert.

Anspieltipps:

  • Tomorrow Is Forever (feat. Dolly Parton)
  • Ain´t Got You
  • Vicious Circle
  • We´re Gonna Hold On (feat. Emmylou Harris)
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