Mob Rules - Ethnolution A.D. - Cover
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Mob Rules Ethnolution A.D.


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 51 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Beginn ist unheilvoll und düster: Ein Gewitter grollt aus den Boxen, eine tiefe Männerstimme ertönt, doch nach nicht einmal 32 Sekunden ist der Spuk vorbei, nachdem ein fanfarenähnlicher Auftakt „Unholy war“ und somit das neue Album „Ethnolution A.D.“ der deutschen Metalband Mob Rules einleitet. Um energiegeladene, klassische Unterstützung in Form von Streicher, Klavier oder sonstigem orchestralem Beiwerk waren Klaus Dirks (Gesang), Matthias Mineur (Gitarre), Sven Lüdke (Gitarre), Markus Brinkmann (Bass), Sascha Onnen (Keyboard) und Arved Mannott (Schlagzeug) ja nie verlegen, was auch der Vorgänger „Among the gods“ (2004) bewiesen hat, wenn auch, gegenüber dem neuesten Output, in weniger opulenter Manier.

Die fünfte Veröffentlichung der Metal-Recken legt nämlich ein kleines Schippchen Abwechslung und Songwriting drauf und präsentiert ihr bislang stimmigstes Werk. Allein der etwa 25-minütige Mehrteiler „Ethnolution“, bestehend aus „Prologue“, „Unholy war“, „Ashes to ashes“, Fuel to the fire“, „Veil of death“ und „The last farewell“ nimmt sich nicht nur politische Themen des mittleren Ostens an, sondern glänzt durch eine Verschmelzung von klassischen Instrumenten, lautstarken E-Gitarren-Solos und beherztem Schlagwerk. Gleichermaßen geht es in „Day and a lifetime“ weiter, der durch den starken Refrain und die schön verzierten Melodien sofort im Gedächtnis haften bleibt, bis „River of pain“ das Gaspedal durchtreten darf und „Ain´t the one“ mit orientalischen Einsprengseln aufwartet.

Ebenfalls temporeicher geht es in „New horizon“ zur Sache, doch „With sparrows“ setzt wieder auf einen ruhigen Beginn, der sich nach und nach entfaltet um in einen leicht kitschigen, aber durchaus gefälligen Mitsingteil auszuarten, der gar hymnenhaft ausfällt. Überhaupt könnten die letzten beiden Tracks auch von Blind Guardian stammen, obwohl die instrumentale Wucht der Krefelder nicht erreicht wird, denn „Better morning“ bleibt in gemäßigtem Bereich mit Chor und minimaler, musikalischer Begleitung, wodurch dem Hörer atmosphärisch das Ende von „Ethnolution A.D.“ dargebracht wird.

Mit Veröffentlichung Nummer fünf sind Mob Rules einen Schritt weiter gegangen und lassen der Progressivität ihrer Stücke freien Lauf. Solis blitzen auf, bombastische Elemente werden eingestreut ohne als Ballast zu enden und die Hooks garantieren gleich mehrere Ohrwürmer. Mit diesen Zutaten ist „Ethnolution A.D.“ mindestens genauso spannend wie „A twist in the myth“ von Blind Guardian, auch wenn bei Mob Rules die verwendeten Themen mehr Bezug zur Realität haben und Sänger Dirks seinen Text gelegentlich zu sehr schmettert denn singt. Das macht Sangeskollege Kürsch wesentlich besser, aber abgesehen von diesem Manko und gelegentlichen Längen sollte man mit dem Werk von Mob Rules uneingeschränkte Freude haben.

Anspieltipps:

  • Veil Of Death
  • With Sparrows
  • Ashes To Ashes
  • Day And A Lifetime
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