Blumentopf - Musikmaschine - Cover
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Blumentopf Musikmaschine


  • Label: Four Music/SonyBMG
  • Laufzeit: 74 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Die fünf Jungs von Blumentopf sind zurück. Im Gepäck eine „Musikmaschine“ – so der Name ihres fünften Longplayers – die Größtenteils für gute Laune sorgt.
Die vier MC’s (Heinzmann, Manglus, Schuster, Wunderlich) und DJ Sebastian Weiss schreiben selbst ihre Texte, sind verantwortlich für die Musik und produzieren das Album im Alleingang. Die Combo aus München ist ein erfrischender Gegenpol zu den Berliner „Gangster“-Rappern. Bewusst erhalten sie eine positive musikalische Grundstimmung auf ihren Alben und unterscheiden sich auch Inhaltlich stark von ihren Berliner Pendants. Mit viel Selbstironie und Humor verarbeiten sie in ihren Texten, was sie bewegt und ihnen im Alltag begegnet. Und ihr Storytelling ist natürlich vom Feinsten.

Wo sie früher überwiegend auf Samples gesetzt haben, wurden auf „Musikmaschine“ des Öfteren echte Instrumente benutzt. Natürlich sind Samples immer noch vorhanden (z. B. auf „Dreamteam“ wurde ein Vokalsample von Lindenbergs Song „Alkoholmädchen“ verwendet), allerdings funktionieren die verarbeiteten Samples besser denn je. Und vielleicht lag es ja daran, dass die Instrumente zum Teil selbst eingespielt wurden, aber das gesamte Album wirkt extrem abwechslungsreich und mit „Keine Zeit“ ist ein richtiger „Rocker“ auf der Platte vorhanden. Langeweile keine Spur. Songs wie „Profis“, ein augenzwinkerndes Selbstlob ihrer Konsolenspiel-Künste, zusammengebastelt aus Videospiel-Soundsamples, „Chin-Chin“, ein Song, der aus einer Jam-Session entsprungen ist und mit einem Offbeat und genial „betrunken-homoerotischen“ Refrain daherkommt oder „Du und ich“, ein zerbrechlicher, melancholischer Moment über eine verflossene Liebe und direkt im Anschluss „Was du brauchst“, das mit derbem Beat und der Textzeile: „Dreh deine Anlage auf / wir haben was du brauchst“ die Hand automatisch nach dem Volume-Regler tasten lässt, geben nur einen Teil der Vielfalt des Materials wieder.

„Horst“ ist die erste Single-Auskopplung des Albums, die auf Platz 68 der Single-Charts eingestiegen ist. Der Wunsch, „Platz 80“ der Single-Charts zu erreichen, ging somit schon mal in Erfüllung. Der Song bedient sich bei „Ice Ice Baby“ von Vanilla Ice, genau wie momentan Sha’s „Jaja“, das sich wohl leider erfolgreicher in den Charts behaupten wird. Als zweite Single ist „Du und ich“ angekündigt. Vielleicht ist mit diesem gefühlvollen Track auch mal eine Top 50 Platzierung drin – zu wünschen wäre es dem Fünfer.

Lange hat ein HipHop-Album aus deutschen Landen nicht mehr soviel Spaß gemacht wie dieses. Innovation, Leidenschaft, Witz und Charme – alles steckt in dieser „Musikmaschine“. Übrigens sollte man sich Blumentopf auf jeden Fall auch einmal live reinziehen – am besten auf ihrer Deutschland-Tournee im Oktober.

Anspieltipps:

  • Du sagst mir
  • Profis
  • Chin Chin
  • Du und ich
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