Jamiroquai - High Times: Singles 1992-2006 - Cover
Große Ansicht

Jamiroquai High Times: Singles 1992-2006


  • Label: Epic/SonyBMG
  • Laufzeit: 70 Minuten
Artikel teilen:
8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Die späteren Fans und alle Nichtkenner von Jay Kay bekommen hier die volle Ladung Chillout-und Fetenhits in einem serviert.

Jay Kay, bürgerlich Jason Cheetham, ist der Leadsänger und Songwriter der britischen Band Jamiroquai. Seit 1992 behaupten sich die fünf Mannen um den Hutfetischisten in den weltweiten Charts und haben mittlerweile 20 Millionen Alben verkauft. Aus der englischen Acid House/Acid Jazz-Szene entstand das Projekt Jamiroquai, das heute musikalisch eher dem Funk vermischt mit HipHop- und House-Elementen zuzurechnen ist. Anfänglich befassten sich die Texte von Jay Kay mit wirklich ernsten Themen („Emergency On Planet Earth“) wie Umwelt- und Gesellschaftskritik. Seine eigene Vorliebe für Sportflitzer und die steilgehende Karriere oder PR-Gedanken beeinflussten die Abkehr von diesen Botschaften hin zu den Club-Dancetracks oder auch Tanzbodenfüllern der sehr eingängigen Sorte. Die ersten Songs in den Neunzigern waren natürlich auch tanzbar, aber hatten noch eine gewisse Melancholie und waren nicht so auffällig ins Ohr gehend wie etwa „Deeper underground“.

Jay Kays Stimme, die recht hoch klingt, nervt nie und passt sehr gut zu den rasanten wie chilligen Songs. Er wurde auch schon mit Stevie Wonder verglichen, was einen weißen Funkmusikern sehr ehrt. Für Soundtracks steuerten Jamiroquai immerhin drei der insgesamt 19 Tracks bei. „Radio“ und „Runaway“ sind brandneue Songs und es erklingt nach den sechs Studioalben wieder aktualisierte Musik: „Runaway“ klingt funkig frisch und besticht durch die heute üblichen Stimmverfremdungen und trägt, ohne die persönliche Note zu verlieren, dem beatsorientierten HipHop-Zeitalter Rechnung. Geigensamples kommen heute auch schon oft zum Einsatz und nicht nur dadurch hält der Song eindeutig das hohe Niveau Jamiroquais, die schon früher durch ungewöhnliche Töne auffielen und bei „Blow your mind“ 1993 auf Trompeten setzten, um einen entspannten Groove zu schaffen.

„Radio“ beinhaltet etwas härtere Beats und sogar Gitarren werden gesichtet, sehr ungewöhnlich für die keyboardabhängigen Musiker. Das Keyboard verschwindet natürlich nicht, nur wird mit dieser neuen musikalischen Variante eine interessante neue Seite aufgeschlagen. Das neue vielleicht im nächsten Jahr erscheinende Studioalbum könnte also wirklich überraschen und neue Stilmixe hervorbringen.

Mit dieser Hitsammlung kann zwar der Fan der frühen Werke nicht so zufriedengestellt werden, da die Abkehr von Acid-Jazz-typischen Tracks wie „When you gonna learn“ doch schon offensichtlich erscheint, doch die späteren Fans und alle Nichtkenner von Jay Kay bekommen hier die volle Ladung Chillout-und Fetenhits in einem serviert. Denn das ist das Geheimnis der sechs Musiker: Ihre Songs können mit voller Lautstärke genossen, als auch zur Entspannung dienen. Eine sehr seltene Mischung.

Anspieltipps:

  • Runaway
  • Virtual insanity
  • Too Young To Die
  • Deeper Underground
  • When you gonna learn
  • Emergency on planet earth
Neue Kritiken im Genre „Pop“
7.5/10

Colors
  • 2017    
Diskutiere über „Jamiroquai“
comments powered by Disqus