The Roots - Game Theory - Cover
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The Roots Game Theory


  • Label: Def Jam/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 47 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Sie prägten den Begriff „Live-HipHop“, haben Fans in vielen verschiedenen, musikalischen Lagern und sie konnten sich trotz oder gerade wegen der nonkonformen Herangehensweise immer in den eigenen vier Wänden, im HipHop, zuhause fühlen: The Roots aus Philadelphia. Nahezu 20 Jahre sind mittlerweile ins Land gezogen seit Schlagzeuger Ahmir „?uestlove“ Thompson und Vokalist Tariq „Black Thought“ Trotter im Jahr 1987 an der „Philadelphia High School For The Creative And Performing Arts“ den musikalischen Konsens fanden, der ihnen spätestens mit dem Album „Things Fall Apart“ (1999) den Durchbruch verschaffen sollte.

The Roots machen Hip Hop mit Herz und Verstand, vernachlässigen nie den Soul/R´n B-Hintergrund und leben von einem Bandgedanken und einer daraus resultierenden Spielfreude, wie sie im HipHop nur allzu selten anzutreffen ist. Hier tritt nicht der obercoole Selbstdarstellungs-MC auf die Bühne, sondern eine Band, welche mit dunklen Songs kritische, politische Statements vertritt und auf der anderen Seite mit wundervollen Arrangements die soulige Wärme des Positiven offeriert. Da konnte auch das Def Jam Recordings-Imperium nicht nein sagen und beheimatet ab sofort den Sechser, der auf dem Label mit „Game Theory“ durchschlagend debütiert.

Ein kurzes Klavier-Intro mündet in „False Media“, welches von Black Thought und Wadud Ahmad dringlich intoniert wird. Gar bedrohlich und lauernd schieben sich dunkle Soundwände am Hörer vorbei und hinterlassen einen bleibenden Eindruck. „False media, we don´t need you!“ heißt es immer wieder, bis der Titeltrack „Game Theory“ den Druck erhöht und antreibende Beats neben dem erbarmungslosen Sprechgesang für energetische Euphorie sorgen. Als besonders auffällig erweisen sich hier die psychedelischen Breaks und verschachtelten Arrangements, die wunderbar mit den eingängigen, dynamischen Momenten harmonieren und viel Kurzweile verbreiten. Ein Sample aus Kool & The Gangs „Jungle Boogie“ und die sonnigen, souligen Vocals von Maimouna Youssef machen aus dem ohnehin schon munter auftrumpfenden „Don´t Feel Right“ einen weiteren Hit des Albums.

Auf höchstem musikalischen Niveau werden Samples, Streicher und allen voran die tiefgehende Band-Performance voller Leidenschaft und Authentizität mit warmen Vocals und harten, doch niemals aufgesetzten Raps verbunden, während die Spannung über die gesamte dreiviertel Stunde den Hörer unterhält. The Roots lassen sich nicht von den allerorten positiv gestimmten Meinungen beeindrucken und ziehen ihr hart erarbeiteten Standard durch, ohne die Ecken und Kanten zu vergessen, welche einen durch den rauen Live-Sound an Rock’n’Roll denken lassen und doch 100 % HipHop/Soul bieten. Selbst das Radiohead-Sample von „You And Whose Army“ in „Atonement“ wird perfekt im markanten The-Roots-Kosmos eingebunden und ist, wie das komplette Album ein Hörgenuss, der durch die vielen, stimmigen Aspekte und Entdeckungsmöglichkeiten wohl niemals enden wird.

Anspieltipps:

  • Game Theory
  • Don´t Feel Right
  • Long Time
  • Clock With No Hands
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