Manowar - Gods Of War - Cover
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Manowar Gods Of War


  • Label: Magic Circle/SPV
  • Laufzeit: 74 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
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Was der lasche EP-Vorbote „The Sons Of Odin“ (10/2006) andeutete, wird auf „Gods Of War“ zur Gewissheit.

Nach drei Verschiebungen ist es jetzt endlich auf dem Markt, das lang angekündigte, definitive Monumentalkonzeptwerk aus dem Hause Manowar über nordische Götter im Allgemeinen sowie Kriegsgott und Obervater Odin im Speziellen. Walhalla, ick hör dir trapsen.

Was bereits der lasche EP-Vorbote „The Sons Of Odin“ (10/2006) andeutete, wird auf „Gods Of War“ zur Gewissheit. Das Album ist ein Mix aus ca. neun „echten“ Songs und ausufernden, hörspielartigen Zwischenspielen der Marke „Richard Wagner trifft auf die größte ProTools-Studio-Maschinerie aller Zeiten“. Mit einem gewöhnlichen Metal-Album hat dies folglich nichts mehr zu tun. Vielmehr fahren die Amerikaner einen bombastischen Hollywood-Soundtrack auf, der mit kitschigen Texten, wuchtigen Chören und vereinzelten Heavy-Metal-Gitarren unterhalten möchte. Zum Headbangen bleibt da nur sehr wenig Material übrig.

Dafür wird auf „Gods Of War“ umso mehr über pseudo-mystischen Firlefanz geredet (nicht gesungen!) und die Platte dadurch auf eine Spielzeit von knapp 74 Minuten gestreckt. Leider fehlt bei dem ganzen Palaver der Film zur Filmmusik. Die Bilder zur göttlichen Götterspeise darf sich der geneigte Hörer, trotz beigefügter DVD in der limitierten Auflage, bittschön im persönlichen Kopfkino selbst zusammenreimen. Das sollte aber nicht schwer sein. Wer Filme wie „Braveheart“ und „Highlander“ kennt, wird gewiss in der Lage sein, sich seinen eigenen Götterquark anzurühren.

Wir aber suchen die Metal-Musik auf „Gods Of War“. Also keine weiblichen Engelschöre, heulende Wölfe, Donnergrollen, galoppierende Pferdchen, Kriegsgeschrei und schwülstige Orchesterarien aus der Konserve („Overture to the hymn of the immortal warriors“). Auf die ersten härteren Töne muss der Hörer dann tatsächlich geschlagene neun Minuten warten, bis die Herren DeMaio, Adams, Logan und Columbus endlich im dritten Track, „King of kings“, die Streitaxt herausholen und eine kleine True-Metal-Kostprobe abliefern, von denen es auf dem Album einfach zu wenige gibt. Denn wenn es Manowar wirklich mal krachen lassen, wie in „Loki god of fire“, oder eine hymnische Kriegsballade der Extraklasse abliefern („Blood brothers“), dann macht dieses Werk – besonders im starken Mittelteil – richtig Spaß. Wozu deshalb der ganze Instrumental- und Spoken-Word-Kleister, der die Hälfte der Spielzeit einnimmt?

Anspieltipps:

  • Sleipnir
  • Sons of Odin
  • Blood brothers
  • Loki god of fire
  • Hym of the immortal warriors
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