Basement Jaxx - Crazy Itch Radio - Cover
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Basement Jaxx Crazy Itch Radio


  • Label: XL Recordings/EDEL
  • Laufzeit: 51 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Duos Tom Rowlands und Ed Simons sowie Felix Buxton und Simon Ratcliffe stehen schon seit längerem Zeit mit ihren Projekten für elektronische Musik der anderen Art. Zuerst erschufen die Chemical Brothers (neben The Prodigy und Fatboy Slim) mit ihrem Debüt „Exit Planet Dust“, das einen verspielten Mix aus polternden Bassdrums, organischen Sounds, sowie kratzbürstigen Acid-Schleifen mit sich brachte, den Big Beat und ein paar Jahre später, genauer gesagt 1999, machte ein Album namens „Remedy“ mit seinen funky Tunes und dem Überhit „Red alert“ den englischen Clubsüchtigen Feuer unterm Hintern.

Weitere zwei Platten („Rooty“, „Kish Kash“) und einen Grammy für das beste Dance-Album später, schmeißen Buxton und Ratcliffe dem Hörer einen Bastard um die Ohren, der sich nicht nur gewaschen hat, sondern das jeweilige Individuum vor den Boxen zusätzlich ziemlich verdutzt zurücklässt. Wo ist nur der rote Faden geblieben? Die aufeinander abgestimmten Samples, die zwar durchgeknallt und wirr aus den Lautsprechern krachten, aber dennoch sinnvoll zu einem Ganzen zusammengefügt wurden?

Keine Angst, „Crazy itch radio“ will nur deine Aufmerksamkeit, dann erschließen sich diese Dinge wie von selbst. Spätestens dann hat man nämlich das anfänglich überproportioniert wirkende Klanggewirr aufgeschlüsselt und der Einsatz von Klezmer-Musik, brasilianischer Folklore und den gern benutzten Stilrichtungen wie Swing, Funk oder Soul bildet wie von selbst eine stimmige, wenn auch sehr sprunghafte Kulisse. Daraus ergeben sich dann angenehme Stimmungen wie in „Take me back to your house“, „On the train“ oder „Lights go down“.

Aber Basement Jaxx wären nicht Basement Jaxx, wenn sie nicht auf die feiernde Stammklientel achten würden und für die gibt es diesmal das tanzbare und funkige „Hush boy“, das knallige „Hey U“ und den durchgedrehten Irrsinn im Salsa-Rhythmus mit „Run 4 cover“. Zuviel des guten hat das britische Duo in „Everybody“ hineingepackt, dieser Track gebärdet sich, als ob mehrere Songs in einen transferiert worden wären um einen Megamix oder ähnliches zu erhalten. Wo sie damit hinwollten, bleibt dem ehrenwerten Rezensenten leider (noch) verschlossen.

Flankiert werden die einzelnen Stücke von mehreren Einschaltungen des fiktiven „Crazy itch radio“ („Intro“, „Zoomalude“, „Skillalude“, „Intro “), die als Überleitung für die darauffolgenden Tracks gedacht sind. Alles in allem ist Basement Jaxx mit ihrem vierten Werk eine gelungene Vorstellung geglückt, ein bisschen mehr Übersicht würde aber dennoch nicht schaden.

Anspieltipps:

  • Hush Boy
  • Run 4 Cover
  • Lights Go Down
  • Take Me Back To Your House
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