Soundtrack - Cars - Cover
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Soundtrack Cars


  • Label: Disney Records/EMI
  • Laufzeit: 51 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Wirft man einen Blick auf die Erträge der Animationsfilme der Pixar-Studios, die nach der Jahrtausendwende in die Kinos kamen, so hat das erfolgreiche Team rund um John Lasseter bereits 300 Millionen Dollar an Produktionskosten für die Filme „Monster AG“ (2001), „Findet Nemo“ (2003) und „Die Unglaublichen“ (2004) ausgegeben, aber sensationelle 2 Milliarden auf internationaler Ebene wieder eingespielt. Auch der allerneueste Streifen „Cars“ scheint den Höhenflug nicht zu bremsen, denn bei investierten 120 Millionen sind bereits 400 wieder zurückgekommen und die endgültige Auswertung ist noch lange nicht abgeschlossen.

Hauptdarsteller im neuen Hit sind nicht etwa Meerestiere, Superhelden oder irgendwelches Spielzeug, das zum digitalen Leben erweckt wird, sondern schlicht und einfach Autos. So blöd diese Idee auch klingen mag, so liebevoll und detailliert wurde das Leben rund um die Route 66, eine legendäre Straße in den USA, die quer durch die Vereinigten Staaten vom Nordosten bis zur Westküste führt, gestaltet. Im Mittelpunkt steht Lightning McQueen, ein roter Rennflitzer, der einmal in seinem Leben auf das Siegestreppchen des Piston Cups will. Kompliziert wird sein ruhmvolles Vorhaben erst als er auf dem Weg zum nächsten Rennen vom Transportlaster fällt und nach der ungewollten Zerstörung der einzigen Strasse von Radiator Springs, in eben diesem Dörflein stecken bleibt, da der Bürgermeister Doc Hudson von ihm einen Wiederaufbau der Straße verlangt.

Untermalt wird der rasante Trip über die Route 66, durch Rennstadien und Wüstenlandschaften vom genreübergreifenden Score von Randy Newman, der bereits mit seinen Arbeiten zu den Pixar-Filmen „Monster AG“, „Toy Story 1 + 2“ und „Das große Krabbeln“ genügend Erfahrung in diesem Metier vorweisen kann, sich aber nicht um eine in sich stimmige Umsetzung für den CD-Handel bemüht hat, wo die Musik logischerweise ohne bewegte Bilder auskommen muss, sondern Musik für die einzelnen Szenen im Film komponiert wurden. An und für sich ist ja genügend Abwechslung vorhanden, aber wenn sich nach einer kurzen, fanfarenähnlichen Einleitung im Track „Das Eröffnungsrennen“ urplötzlich eine beinharte E-Gitarre ins Geschehen mischt, sitzt der Hörer ordentlich verdutzt und ratlos vor dem jeweiligen Abspielgerät. Das Ganze wiederholt sich noch mal in umgekehrter Reihenfolge, was bei einer Länge von gerade einmal 2 Minuten nicht äußerst dienlich für die Klangkulisse ist.

Glücklicherweise bleibt das der größte Patzer, dennoch sind die übrigen Stücke 10 und 12 – 20 in ihrer Gesamtheit zu uninspiriert und beinahe klischeehaft ausgefallen. Mal ist es Westernmusik mit High Noon-Flair („Bessie“), dann eine Klassik-Country-Fusion, bei der meistens das Banjo im Vordergrund steht („Die neue Straße“, „Trecker-Erschrecker“, „McQueen und Sally“), ein anderes Mal klassische Orchestrierung mit für das Genre typischen, fidelen Streichern und kurz ansetzenden Bläsern, die immer wieder in marschbetonte Gefilde ausbrechen („Sand ist kein Asphalt“, „Showtime vor dem Rennen“, „Der Piston-Cup“, „Das große Rennen“) oder für die Emotionen sorgen („Abschied“).

Zum Glück gibt es auf dem Soundtrack aber noch Beiträge von Bluesrockerin Sheryl Crow („Real gone“), der amerikanischen Country/Pop-Band Rascal Flatts („Life is a highway“), sowie Country-Sänger Brad Paisley („Behinds the clouds“,„Find yourself“). Das Stück „Route 66” scheint sogar doppelt auf und zwar einmal in althergebrachten Rock´n´Roll, vorgetragen von Chuck Berry und ein zweites Mal versucht sich John Mayer, der vor einiger Zeit die Damenwelt mit „Your body is a wonderland“ verzückte, mit einem wesentlich modernerem Zugang an den Song, dem schon bereits die Rolling Stones, Depeche Mode oder Van Morrison zu eigener Note verhalfen. In der deutschen Fassung ist der Track „Unsere Stadt“ enthalten, der vom Hamburger Ole Soul gefühlvoll mit übereifriger Klavierbegleitung eingesungen wurde. Dadurch offenbart „Cars“ eine ausgewogene Mischung verschiedenster Stilrichtungen, auch wenn die Arbeit von Randy Newman enttäuscht.

Anspieltipps:

  • Sand ist kein Asphalt
  • Showtime vor dem Rennen
  • Find Yourself (Brad Paisley)
  • Life Is A Highway (Rascal Flatts)
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