Shooting John - Moodswings - Cover
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Shooting John Moodswings


  • Label: Marilyn Records
  • Laufzeit: 45 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit den Schweden Shooting John zeigt sich auf der diesjährigen Popkomm eine weitere, bis dato in Deutschland nahezu komplett unbekannte Band, die noch nicht einmal einen Plattendeal hierzulande erworben hat und es dennoch wert ist, Gehör zu finden. Das Debüt der mit sieben Musikern gut besetzten Kapelle ist über den www.glitterhouse.com - Mailorder käuflich zu erwerben und mit „Moodswings“ durchaus treffend betitelt: Zarte Stimmungen, von melancholisch bis hoffnungsvoll strahlend, sind das Hauptaugenmerk der Scheibe, egal ob nun das Cello, das Banjo oder die Hammond-Orgel für Wohligkeit sorgt. Eben diese vielseitige Instrumentierung und der mit wundersam amerikanischem Akzent intonierte Gesang von Peder Gravlund bilden eine homogene, den Hörer allerdings nur streifende Einheit.

„Bright Day“ erklimmt als erster Song des Longplayers allumfassend das Herz, denn wenn die Violine auf den wechselseitigen Gesang von Peder sowie Helena Arlock trifft und sich die Rhythmus-Sektion so sehnsüchtig wandelnd dazugesellt, kann man sich sicher sein, dass dieser Song so schnell nicht aus dem Ohr und vor allem der Seele verschwindet. Obwohl er leichtfüßig und relativ kurz daherkommt, ist ihm sofort die Leidenschaft anzuhören, welche Shooting John zwar nicht mit jedem Track so nachhaltig präsentieren, doch umso intensiver aus dem Songwriting-Ärmel schütteln. Das folgende „For A Few Days“ ist ein countryesker Gute-Laune-Song, bei dem man eher an amerikanische Wüsten als an verregnete, schwedische Wälder denkt. Trotzdem wirkt er nicht fremd und ergänzt als Sommer-Song das herbstlich gemütliche Gros von „Moodswings“.

Leider kommen im Laufe des Albums viel zu selten so vereinnahmende Tracks wie „Bright Day“ zum Zuge, so dass z. B. „Under Her Skin“ im Mittelteil leicht zugänglichen Folk mit der heimeligen Note und netten Melodien bietet, zu mehr jedoch nicht wirklich fähig ist. Auf der Suche nach dem nächsten richtig guten Song vergeht einige Zeit, in der man eine gewisse Langeweile nicht verleugnen kann. So sehr man sich auch bemüht, das vergnügte Grün des Covers färbt sich in ein matschiges Braun und lässt die anfänglich noch für möglich gehaltene Nachhaltigkeit des Debüts vergessen. Die aufblitzenden Momente des zweistimmigen Gesangs und vielfältig untergebrachte Instrumentierungen reichen nicht aus, um die Gesamtdauer unterhaltsam zu überbrücken und den Mittelmaß hinter sich zu lassen.

Anspieltipps:

  • Bright Day
  • Ballad Of The End
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