Marlango - Automatic Imperfection - Cover
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Marlango Automatic Imperfection


  • Label: Emarcy/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 46 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Trio Marlango aus Madrid, Spanien, bestehend aus der Sängerin und Schauspielerin Leonor Watling, dem Pianisten Alejandro Pelayo und dem Trompeter Óscar Ybarra, veröffentlichte nach seinem selbstbetitelten Debütalbum aus dem Jahr 2004, das sich bis dato mehr als 80.000 Mal verkaufte, im September 2005 sein zweites Album „Automatic Imperfection“, von dem auch schon wieder 50.000 Einheiten über die Ladentische gingen. Mit solchen Absatzzahlen ist man in Spanien offenbar eine große Nummer, denn beide Alben erhielten eine Gold-Auszeichnung. Über die Grenzen Spaniens hinaus ist die Band allerdings weitgehend unbekannt. Das soll sich nun ändern! Fast 1½ Jahre nach der Veröffentlichung in ihrer spanischen Heimat, präsentieren Marlango „Automatic Imperfection“ auf internationalem Parkett.

Die 12 Stücke des Albums wurden ausschließlich auf der Basis von Stimme und Piano konzipiert und live im Studio eingespielt. Um dieses Korsett bauten Marlango eine Begleitung aus zarter Percussion, Streichern, Bass und Trompete, über der die charismatische Stimme von Leonor Watling (31) schwebt. Ruhig und unaufgeregt gleiten die Songs dahin, wie eine Mischung aus Tom Waits („Shake the moon“), Norah Jones („Twisted and sick“) und Radiohead („I don’t care“, „Cry“), falls es so was überhaupt gibt. Eine musikalische Schublade findet sich jedenfalls nicht so schnell für das, was Marlango auf ihrem zweiten Album machen.

Vielleicht sollte man „Automatic Imperfection“ ganz einfach unter dem Begriff Soft-Jazz mit einem Spritzer Blues ablegen. Das käme auch den Wurzeln der beiden Musiker Alejandro Pelayo – hat eine klassische Ausbildung zum Pianisten, Komponisten und Dirigenten – und Oscar Ybarra – ein exzellenter Trompeter, der eine zeitlang in der Funk-, Blues- und Jazzszene von Chicago, Miami und New York mitmischte – am nächsten. Sie haben sich inspirieren lassen von Örtlichkeiten und Geschichten, die ihnen im Tourneealltag begegneten. Dabei sind Songs entstanden, die nicht unbedingt düster sind, aber dennoch eine melancholisch getragene Stimmung wie in einem Soundtrack zu einem Jim-Jarmusch- oder David-Lynch-Film verbreiten. Alles in allem 12 kleine Songperlen, aus denen sich ganz behutsam wunderschöne Melodien herausschälen.

Anspieltipps:

  • Tip toe
  • Wrong way
  • Pequeno vals
  • Beautifull mess
  • Architecture of lies
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