Dream Theater - The 20th Anniversary World Tour - Cover
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Dream Theater The 20th Anniversary World Tour


  • Label: Elektra/WEA
  • Laufzeit: 157 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein anständiges Paket mit angemessenem Sound, auf dem nicht nur James LaBrie eine bestechende Leistung abliefert.

Die Gründungsmitglieder von Dream Theater, John Myung (Bass), John Petrucci (Gitarre) und Mike Portnoy (Schlagzeug), sind sich ihrer Rolle als Pioniere des Progressive Metal nach jedem Output aufs Neue bewusst und veröffentlichen daher so gut wie nach jedem frischen Longplayer ein Live-Album, eine Live-DVD oder gleich beides. Da nach dem 2003er Werk „Train of thought“ ein 3-CD-Mitschnitt „Live at Budokan“ (10/2004) folgte, ist nach dem achten Oeuvre „Octavarium“ (06/2005) allerdings etwas Besonderes aufgezeichnet worden, denn Dream Theater gibt es nun bereits seit 20 Jahren und zum eigenen Jubiläum lassen sich die Herrschaften des Traumtheaters keinesfalls lumpen und laden sich mal schnell ein komplettes Orchester ein und nennen das Ganze „Score: 20th Anniversary World Tour with the Octavarium Orchestra“.

Herausgekommen ist ein 3-CD-Package, das auch in einer 2-DVD-Fassung vorliegt (dazu mehr in der DVD-Abteilung), welches selbst dem hartgesottenen Fan die Schweißperlen auf die Stirn treibt, wenn er sich die technisch perfekten Darbietungen zu Gemüte führt. Aus dem reichhaltigen Material, über das Dream Theater verfügen, wurde eine Setlist zusammengestellt, die auf der einen Seite für Entzücken, auf der anderen aber auch für das eine oder andere lange Gesicht sorgen wird, denn das Album „Falling into infinity“ wird komplett außer acht gelassen, da „Raise the knife“ mehr eine Rarität aus den Sessions zu diesem Werk darstellt und „Train of thought“ erscheint gerade einmal mit der Ballade „Vacant“ auf der Songauswahl, obwohl der neueste Longplayer mit fünf Zählern („The root of all evil“, „I walk beside you“, „The answer lies within“, „Sacrified sons“, „Octavarium“) zu Buche schlägt. Wahrscheinlich hätte der Härtegrad vom 2003er Output aber auch nicht zum melodieverliebten Set gepasst.

Der Rest setzt sich aus je einem Song von „When day and dream unite“ („Afterlife“), „Awake“ („Innocence faded“), „Scenes from a memory“ („The spirit carries on“), zwei Tracks von „Images and words” („Under a glass moon”, „Metropolis”) und dem Song „Another won”, aus der Zeit als Dream Theater noch als Majesty unterwegs waren, zusammen. Den meisten Platz beansprucht die Aufführung der kompletten ¾-stündigen Prog-Suite „Six degrees of inner turbulence“, die gemeinsam mit dem Orchester von einer beeindruckenden Verschmelzung von Klassik und Moderne zeugt, obwohl kurzfristige Längen nicht von der Hand zu weisen sind. Auffällig ist vor allem, das die einzelnen Mitglieder recht verhalten in die Songs einsteigen und sich erst im Laufe der Stücke warm spielen, was wohl angesichts der enormen technischen und spielerischen Fähigkeiten (besonders bei den Tracks über 10 Minuten) nicht anders zu bewerkstelligen ist.

Ansonsten liegt mit der CD-Version ein anständiges Paket mit angemessenem Sound vor, auf dem nicht nur James LaBrie eine bestechende Leistung zu Tage fördert („Another won“, „Octavarium“), sondern auch seine übrigen Mitstreiter, sobald sie in den jeweiligen Songs in Fahrt sind, in Höchstform präsentiert werden und obwohl bei 2 ½ Stunden ein enormer Zeitaufwand betrieben werden muss, wie bei so gut wie jeder Dream Theater Live-Veröffentlichung, ist dieser jedoch auf keinen Fall vergeudet.

Anspieltipps:

  • Vacant
  • Afterlife
  • Metropolis
  • Octavarium
  • Another Won
  • Sacrified Sons
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