Minor Majority - Reasons To Hang Around - Cover
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Minor Majority Reasons To Hang Around


  • Label: Strange Ways/INDIGO
  • Laufzeit: 49 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Minor Majority wurden 2000 in Oslo gegründet und haben es in ihrem mittlerweile siebten Jahr bis hin zu Album Nr. 4 geschafft. Die drei vorangegangenen Longplayer raspelten Süßholz, wie sie nur konnten und verschafften dem Quintett in ihrer Heimat Norwegen große Erfolge, wie zum Beispiel die Nominierung des zweiten Werks „If I Told You, You Were Beautiful“ (2002) für den norwegischen Grammy, Spellemannsprisen genannt. Zusammen mit dem Erstling „Walking Home From Nicole´s“ erschien das bislang wohl beste, weil kompakteste Album der Band um Sänger/Songschreiber Pal Angelskar im letzten Jahr als Doppelpack und komplettierte in Folge der damaligen aktuellen Scheibe „Up For You & I“ den Backcatalogue in deutschen Gefilden.

Rasant konnte man also im Gegensatz zu den gemächlichen Songs hierzulande die Schönheit und die Melodie-Verliebtheit im Songwriting entdecken, um nun schon den Nachfolger „Reasons To Hang Around“ mit offenen Armen zu empfangen, der in Norwegen von Null direkt auf Platz 2 der Charts einstieg. Qualität siegt eben doch, auch wenn man dafür weit gen Norden blicken muss. Genau diesen Blick darf man nun wieder antreten und fühlt sich vom Opener „Wish You´d Hold That Smile“ an beschützt und flauschig eingehüllt. Und es wird nie zuviel der Liebkosungen aus Akustik-Gitarre, vereinzelt aufspielendem Banjo, Piano und der herzensgut aufmunternden Stimme Pal Angelskars.

„Don´t Say You Love Me“ ist als zweiter Streich der CD gleich wieder so ein sanftmütiger Eroberer, mit dem es einem gar nicht mehr schlecht gehen kann. Verträumt schiebt sich die verhaltende, doch verzaubernde Gitarre an den Tupfern aus Percussions und dieser Stimme, die so viel Weisheit und Erhabenheit in sich trägt, vorbei. Die Antwort auf die hier noch zweifelnde Liebe, folgt auf dem Fuße und heißt folgerichtig „Come Back To Me“. Sehnsuchtsvolle Lyrics werden von den am meisten hervorstechenden, höchst melodischen Streicher-Sounds eingerahmt und lassen die Sehnsucht zu einer einschmeichelnden Euphorie werden.

Große Gefühle sind auch in den folgenden Songs zu finden, die im Gesamteindruck nie von ihrer hohen Qualität ablassen und textlich wie musikalisch den liebesgeplagten Hörer ansprechen. Doch selbst frisch Verliebte sollten Zeilen wie „Your honesty´s worth shit“ aus dem gar ein wenig hoffnungslos erscheinenden „As Good As It Gets“ lieben und die Melancholie aufsaugen. Sie ist trotz der Nähe zu einem eher den Vereinigten Staaten zugeschriebenem Genre wie Americana stets skandinavisch geprägt und dennoch in keinem Fall nordisch unterkühlt.

Ganz nah am Hörer erschaffen Minor Majority in den knapp 50 Minuten einen Rückzugsraum nach dem anderen und brillieren mit ausgefeilten Arrangements, befreiten Melodien und nicht zuletzt einem Banjo-Solo samt Mundharmonika-Verheißungen. Wenn dann sogar noch Landsfrau Maria Solheim zu „Keep Coming Around“ einige Zeilen beisteuert und beim folgenden „No Particular Girl“ gar ein wenig folkig gerockt wird, schließen wir einfach gedankenverloren die Augen und danken Minor Majority für eine weitere CD, die man auch in zehn Jahren noch genüsslich verschlingen wird.

Anspieltipps:

  • Wish You´d Hold That Smile
  • As Good As It Gets
  • Let The Night Begin
  • Supergirl
  • No Particular Girl
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