X-Perience - Lost In Paradise - Cover
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X-Perience Lost In Paradise


  • Label: Major Records/PIAS
  • Laufzeit: 49 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Berliner Synthie/Electro-Pop-Trio X-Perience war vor zehn Jahren schon mal richtig dick im Geschäft. Ausgestattet mit Majordeals bei Warner Bros. und später bei Universal, stürmten das Geschwisterpaar Claudia (Gesang) und Matthias Uhle (Musik) sowie Alex Kaiser (Texte) die deutschen Charts mit Titeln wie „A neverending dream“ (1996) und „Island of dreams“ (2000), die sich hunderttausendfach verkauften. Auch die ersten beiden Alben waren Verkaufsschlager, bis das mit Ethno-Einflüssen durchsetzte Werk „Journey Of Life“ (2000) hinter den Erwartungen zurückblieb. Seitdem herrschte Schweigen im X-Perience-Wald, das nun mit dem Comebackalbum „Lost In Paradise“ beendet wird.

Bei dem kleinen Label Major Records im Pias-Vertrieb erscheinen pünktlich zum zehnjährigen Bandbestehen zehn neue Songs plus drei Bonus-Remix-Versionen der drei größten X-Perience-Hits „Circles of love“, „A neverending dream“ und „Magic fields“, die von José Alvarez-Brill (Wolfsheim, Joachim Witt) neu bearbeitet wurden. Spätestens bei diesen Songs weiß dann auch jeder Hörer etwas mit dem Projekt X-Perience anzufangen, um das es so lange still war. Doch jetzt wird wieder durchgestartet; und zwar mit einer Art von Musik, zu der sich vor dem geistigen Auge des Rezensenten abgespacte Mitvierzigerinnen in himmelblauen Batikhemdchen auf der Insel Ibiza im entrückten Ausdruckstanz üben.

Geprägt von Claudia Uhles ausgebildeter (recht hohen) Gesangsstimme schweben luftigleichte Melodien auf Synthie-Basis aus den Lautsprechern, die mal besser mal nicht so gut ins Gehör gehen. Dennoch ist zu merken, dass den Dreien das Händchen für poppige Melodien nicht abhanden gekommen ist. Hier und da werden Trance-Elemente („Dream of love“) eingebaut oder mal eine E-Gitarre integriert („I feel safe“). Die Beats fallen dabei vielleicht eine Spur zu schmierig aus, erreichen aber nicht das fragwürdige Euro-Trash-Niveau der mittleren 90er Jahre.

Auf jeden Fall gehen die Songs sofort ins Gedächtnis und schmeicheln den Ohren eines jeden Electro-Pop-Fans. Da ließ sich selbst Achtziger-Ikone Midge Ure (Ultravox, Visage) nicht lumpen und spendierte dem Track „Personal heaven“ seine charakteristischen Vocals. Davon wird „Lost In Paradise“ zwar auch nicht zu einem Superknaller, aber ein nettes Album ist X-Perience mit ihrem Comeback dennoch geglückt.

Anspieltipps:

  • Million miles
  • Heart of mine
  • Dream of love
  • Let me show you
  • Magic fields (Album Edit)
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