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Darkel Darkel


  • Label: Labels/EMI
  • Laufzeit: 45 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Nahezu unbemerkt von der nach neuem Air-Material lechzenden Öffentlichkeit, schrieb dessen eine Hälfte Jean-Benoit Dunckel an seinem Soloalbum, richtete sich dafür ein eigenes Studio ein und nannte es ganz einfach Prototype Recording Studio. Dort formte er an seinem ersten Alleingang, befreite sich von den Erwartungen der zum Multiseller avancierten Air und verschaffte dem unter dem Namen Darkel veröffentlichten Longplayer eine jugendliche Leichtigkeit, die unbeschwert von psychedelischen Ambient-Soundscapes und sogar rockigem LoFi-Material („TV Destroy“) lebt.

Dass man sich an die bahnbrechende spielerische Eleganz vom Air-Meisterwerk „Moon Safari“ erinnert, liegt sicher auch an Stéphane „Alf“ Briat, der das Abmischen übernahm und so einen unverwechselbar warmen Klang erzeugte. Überhaupt begeistert Darkel mit einer Frische, die bei Air aufgrund von verkopften Exkursionen immer mehr ins Hintertreffen geriet und natürlich auch nur schwer wiederzubeleben ist, wenn man an die einmalige Entwicklung von Air denkt. Zum Glück nahm sich Jean-Benoit Dunckel mit Darkel diese Auszeit, die übrigens nicht das Ende von Air bedeutet. 2007 soll es schließlich die Fortsetzung mit Kollege Nicolas Godin geben und das vierte Album der beiden Franzosen erscheinen.

Doch bis dahin ist noch jede Menge Zeit, die man wunderbar mit „Darkel“ verbringen kann.
Als Opener treibt einem „Be My Friend“ gleich Tränen der Freude in die Augen. Rührselig erklingen atmosphärische Klangteppiche, zurückhaltende und doch prägnante Clicks&Cuts, die ausgefeilter nicht sein könnten, um anhand von erhabenen Synth-Flächen den Einstieg perfekt zu machen. Während man diese Qualität ja fast von einem Air-Member erwartet, überrascht Monsieur Dunckel bei „TV Destroy“ auf ganzer Linie. Druckvolle Gitarren gesellen sich zu einem Sommer-Flair und losgelöster, guter Laune, die sich durch die gepitchte Stimme und psychedelische Keyboard-Verfremdungen besonders gut einprägt.

“My Own Sun“ tänzelt mit deutlichen Sixties-Einflüssen und gehört neben „Beautiful Woman“ zu den swingenden Up-Tempo-Songs, die perfekt mit der Mehrheit der weit strahlenden, ruhigen Electronica harmonieren und zwischen all der seelenvollen Träumerei auch mal ganz bodenständig Spaß machen. Zusammen mit einigen, wenigen Gastmusikern, die sich mit ausgefeilten Bass- und Gitarrenläufen behaupten, ist Jean-Benoit Dunckel alias Darkel ein sich tief einschmeichelndes Album gelungen, auf dem es mehr als genug zu entdecken gibt. „Darkel“ ist nicht einfach nur das Soloalbum einer Hälfte von Air, sondern ein eigenständiges, musikalisch und atmosphärisch höchst komplexes Werk, für das spätestens nach dem wahnsinnig intensiven und abschließenden Instrumental „Bathroom Spirit“ nur Hochachtung übrig bleibt.

Anspieltipps:

  • Be My Friend
  • TV Destroy
  • Pearl
  • How Brave You Are
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